Ab in den Backofen mit dem Truthahn
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Mein erster Thanksgiving-Truthahn

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In Canada wird Thanksgiving im Oktober gefeiert, in den USA im November. Auch wenn das Datum unterschiedlich ist, so ist die Tradition für das Festessen doch die Gleiche! Es gibt Truthahn (Turkey) mit Füllung (Stuffing), Soße (Gravy), Kartoffelbrei (Mashed Potatoes) und "Preiselbeersoße" (Cranberry Sauce, Cranberries sind eine Preiselbeerart).

Dieses Jahr habe ich meinen ersten Truthahn gemacht! Es war sehr lecker. Das Rezept habe ich von einem kanadischen Freund, und ich möchte es euch nicht vorhenthalten.

Vorerst: Man braucht Zeit und etwas Equipment dafür. Man muss auf jeden Fall um ca. 13 Uhr starten, wenn man um 18 Uhr essen will (je nachdem wie groß der Truthahn ist, siehe unten). Ich weiß nicht, ob man so alles genau auch in Deutschland bekommt, aber man kann das ja auch anpassen.

  1. Füllung
  2. Truthahn
  3. Soße

(Wie man Kartoffelbrei macht, steht ja hier auf Frag-Mutti.de ja schon. Cranberry Sauce haben wir gekauft. Vermutlich geht Preiselbeermarmelade sehr gut.)

1. Füllung

Man kann die Füllung natürlich im Truthahn backen, oder auch in einer extra feuerfesten Form. Ganz nach Geschmack. Macht man sie extra, so ist sie etwas knuspriger, was ich persönlich leckerer finde. Aber man kann die Füllung natürlich auch in den Truthahn stecken.

Füllungen kommen in allen Farben und Variationen - jede Familie hat da ihr eigenes Rezept. Dieses Rezept ist das von meinem Freund und ich finde es extrem lecker.

Benötigt werden:

  • 6 Tassen gewürfeltes und getrocknetes Weißbrot (z.B. Toastbrot) - am Vortag vorbereiten
  • ca. 250 g Butter
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • Gewürze: 1,5 TL getrocknete Petersilie (geht auch frisch), 1/4 TL Pfeffer, 1 TL Salz, 1 TL getrockneter Salbei, 1,25 TL Truthahn-Gewürzmischung (wenn ihr das nicht kriegt, darin enthalten sind Thymian, Salbei, Majoran, Rosmarin, Pfeffer und Muskat)
  • Hühnerbrühe (Würfel)
  • 1-2 Eier

Zubereitung:

Die Butter in einer schmelzen und die gewürfelte Zwiebel darin anbraten. Nun gibt man die Gewürze hinzu und lässt das ganze 5 Minuten schmoren. In einer Schüssel mischt man dann die Brotwürfel und die Butter-Zwiebel-Gewürz-Mischung. Ca. 200 ml Hühnerbrühe werden nun dazugegeben und alles wird gut durchgerührt. Nun werden die Eier aufgeschlagen und dazugegeben. Alles in eine feuerfeste Form geben (vorher einfetten oder mit Alufolie auslegen, sonst backt es an). Dies wird dann ca. 1 Stunde bevor der Truthahn fertig ist, mit in den Ofen gestellt.

Die Füllung ist fast das Leckerste an dem ganzen Festmahl. Ich kann mir auch vorstellen, dass kleingeschnittene Pilze darin noch sehr gut passen. Werde ich an Weihnachten ausprobieren.

2. Truthahn

Hier in Canada bekommt man den Truthahn natürlich in allen möglichen Größen. Und davon hängt natürlich ab, wie lange man den Truthahn in den Ofen stecken muss. Mein Truthahn hat 7 kg gewogen und war 3h 45min im Ofen. Temperatur ist immer 165 Grad Celsius. Bei 5,5 kg sind es nur noch 3h 15min. D.h. pro 500 g eine Viertel Stunde mehr oder weniger. Ob der Truthahn fertig ist, misst man am besten mit einem Fleischthermometer. Die Temperatur im Inneren muss am Ende 82 Grad Celsius sein, dann ist der Truthahn fertig!

Zur Zubereitung:

Der Truthahn kommt ja schon ausgehöhlt daher, daher muss man nur den Beutel mit den Innereien herausnehmen (kann man toll Brühe von machen), den Truthahn abwaschen, von eventuellen Federresten befreien, die Höhle von eventuellen Fettfäden befreien und dann mit Papiertüchern trockentupfen/reiben. Sollten die Innereien noch drin sein: Viel Spaß beim Aushöhlen :)

Jetzt wird der Truthahn mit Butter eingerieben und mit Salz und Pfeffer von außen gewürzt. Wir haben noch zwei aufgeschnittene Äpfel und eine grob gewürfelte Zwiebel in den Truthahn gestopft, muss aber nicht sein.

Wenn die Schlegel noch nicht zusammengebunden sind, sollte man das noch machen. Nun ab in einen großen Bräter / Römertopf oder was auch immer ihr habt, um so einen Vogel in den Backofen verfrachten zu können! Backofen sollte auf 165 Grad vorgeheizt sein. Wer will, kann in den Bräter noch ein bis zwei Tassen Hühnerbrühe geben.

Für die erste Hälfte der Backzeit sollte ein Deckel oder Alufolie den Truthahn bedecken. Für die restliche Zeit ohne, damit der Truthahn schön braun wird. Ab da braucht man auch einen "Turkey Baster", eine Art überdimensionale Pipette, mit der man den Saft aus dem Bräter holen und über den Truthahn spritzen kann. Das macht man so ca. alle 30 Minuten. Das erste Mal, wenn man den Deckel bzw. Alufolie herausnimmt. Alternativ kann man dazu sicher auch einen Schöpflöffel verwenden

Nicht vergessen! Eine Stunde bevor der Vogel fertig ist, muss die Füllung mit in den Backofen, sollte sie nicht im Truthahn stecken!

Die Zeiten können natürlich etwas variieren, da die Vögel unterschiedlich groß und die Backöfen verschieden sind. Daher ist das Fleischthermometer unerlässlich!

Ist der Truthahn fertig, den Vogel aus dem Ofen holen, wieder zudecken und 15 Minuten sitzen lassen. Hat man alles richtig gemacht, ist das Fleisch schön zart und die Haut braun und knusprig. Will man den Truthahn transportieren (z.B. auf einen schönen großen Anrichteteller oder ein Tablett), sollte man mit großen Gabeln hantieren (je nach Größe des Vogels). Hier gibt es dafür extra große "Turkey Lifter" - überdimensional breite Gabeln, siehe zweites Bild.

3. Soße

Nun kann man auch die Soße machen! Man lässt die Reste bzw. den Saft im Brattopf (evtl. zuerst Fett abschöpfen und alles abkratzen) und mischt ca. zwei Tassen Kartoffelwasser (vom Kartoffelbrei) dazu. Das Ganze wird dann in einen Topf umgeschüttet und aufgekocht. Wenn die Soße kocht, gibt man ca. eine Tasse Wasser, in das man etwas Soßenbinder gemischt hat, dazu und kocht alles nochmal auf. Fertig!

Die "Cranberry Sauce" haben wir nicht selbst gekocht, da gibt es ganz gute im Supermarkt. In Deutschland macht sich vermutlich Preiselbeermarmelade recht gut, wenn man das Original nicht bekommt.

Dazu gab es, wie schon erwähnt, Kartoffelbrei. Als Gemüsebeilage haben wir Karotten und Rosenkohl gekocht.

Ein Truthahn dieser Größe (7 kg) reicht sicher für 8-10 Personen. Wir waren zwar nur zu viert, aber man kann das Fleisch super in der Soße einfrieren oder daraus "Turkey Sandwich" machen, und dann hat man noch einige Tage was davon. Schließlich ist das schon ein großer Aufwand, den man nicht alle Tage betreibt. An Weihnachten mache ich vielleicht einen noch größeren - hier sind die Backöfen so schön groß :-) Aber wie schon oben beschrieben, kann man die Backzeit mit den oben angegebenen Berechnungen ganz einfach anpassen. Nach oben und nach unten...

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