Rouladen aus Pferdefleisch mit billigem Senf

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Habe nach langer Zeit wieder meinen Pferdefleischhändler aufgetrieben und natürlich sofort eingekauft. Beim Zubereiten der Rouladen ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen, vor dem ich euch warnen möchte.

Wie immer die Rouladen gewürzt und mit Senf bestrichen. Jetzt kommt's. Durch Zeitmangel habe ich bei Lidl den billigen Winarom Senf mitgenommen. Durch diesen hat sich der Geschmack ins Negative verändert.

Man schmeckt richtig den Senf leicht bitter raus. Es liegt aber nicht an der Menge, sondern der Qualität. Ich bin geheilt und möchte jedem empfehlen beim Senf nicht zu sparen. Mir war es eine Lehre.

Außerdem kann ich jedem Pferdefleisch nur empfehlen. Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Pferdefleisch zu empfehlen.

Alle, die bei mir Pferdefleisch ohne ihr Wissen gegessen haben, haben es gelobt bis sie erfahren haben welche Sorte Fleisch es ist.

Schade, dass es diese Vorurteile immer noch gibt. Es heißt dann: "Oh,diese süßen Pferde". Aber über ein Lamm spricht keiner. Die sind genauso lieb und kuschelig.

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10 Kommentare


#1
7.5.10, 17:38
Ja, aber wo kommen die Tiere denn her? Ich habe mal gelesen, daß die Pferde aus Polen oder anderen Ländern unter schlimmsten Bedingungen dort "gehalten" und nach Deutschland geliefert werden! Das ist doch bei Lämmern wohl nicht so, oder?
#2 knuffelzacht
7.5.10, 19:21
Ich hab fast immer den Senf ausm Lidl. Mache damit auch Rouladen und habe keine Probleme mit dem Geschmack. Aber wie alles ist natürlich auch Senf reine Geschmacksache. Ich mag z.B. den viel gelobten Bautz´ner überhaupt nicht und einen anderen, angeblich sehr guten (und wohl auch teuren, das Glas sah zumindest so aus) fand ich furchtbar geschmacklos..
#3
8.5.10, 10:40
@sassol: Hinterfrage besser nicht wo all das Fleisch herkommt. Nur wenn du bei dem Fleischer deines Vertrauens einkaufst, kannst du sicher sein. Fast alle Fleischereien geben an woher ihre Tiere stammen. Nur wenn du z.B. beim Discounter einkaufst, kannst du sicher sein das die Tiere nicht artgerecht aufgezogen wurden. Bei meinem Pferdefleischhändler weiss ich woher die Tiere stammen.
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#4 Oma Duck
8.5.10, 12:44
@schlawiner: Ganz schön blauäugig, dein Kommentar. Pferde werden doch nicht wegen ihres Fleisches gehalten. Es handelt sich um "ausgediente" Tiere, u.a. um Rennpferde, die nicht mehr schnell genug laufen können. Dem Gulasch sieht man nicht an, ob die Pferde gut behandelt wurden.
Auch die Käufer der dioxinverseuchten Bio-Eier hier in NRW haben beim "Händler ihres Vertrauens" eingekauft.
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#5
8.5.10, 17:01
Ich möchte noch kurz anmerken: In Deutschland braucht mittlerweile jedes Pferd einen "Equidenpaß". Bei Ausstellung dieses Papieres muß man sich entscheiden, ob der Vierbeiner ein "Schlachtpferd" oder ein "Nichtschlachtpferd" werden soll.

Die Haltung von Pferden, die nach ihrem Tod noch verzehrt werden können (also "Schlachtpferde"), hat in Deutschland Wahnsinnsauflagen. Unter anderem muß ein lückenloses Medikamentenbuch geführt werden, für das nicht der Halter, sondern der Stallbesitzer haftbar ist. Von daher ist in vielen Ställen die Haltung von als "Schlachtpferden" eingetragenen Tieren gar nicht mehr erlaubt.

Die Medikamentierung ist unglaublich eingeschränkt. Als einziges Beispiel sei hier genannt, daß ein mit einer normalen Jodsalbe (wie Betaisodona) behandeltes Tier hinterher nicht mehr verspeist werden darf.

Daher ist es nicht mehr so, daß jedes geliebte und gut behandelte Freizeitpferd nach dem Ableben gegessen werden darf, auch ausgediente Rennpferde werden (aufgrung der Einschränkungen der Medikation) wohl eher selten zu finden sein.

Nein, es sind die sprichwörtlichen italienischen Haflingerfohlen, und die Tiere aus den "Produktionen" in Osteuropa, wo keine Rücksicht genommen wird, die dann unter schrecklichen Qualen nach Deutschland transportiert werden, um geschlachtet zu werden.

Die Lämmer dürfen wenigstens hier aufwachsen, ihnen bleiben die Qualen des Transportes erspart. Überhaupt sollte beim Verzehr von Fleisch auf regionale Herkunft geachtet werden. Nicht wegen der CO2-Bilanz - Rindfleisch aus Argentinien zum Beispiel ist aufgrund der Haltungsbedingungen dort anscheinend trotz Transport besser für die Umwelt - sondern weil die Tierhaltung in Deutschland vergleichsweise besser kontrolliert wird als in den meisten anderen Ländern.
#6
8.5.10, 18:01
@hatschepuffel, ja, das meinte ich. Darum habe ich sowieso meinen Fleischkonsum eingeschränkt, verzichte auf Rind/Schweinefleisch. Ja, ich esse hin und wieder Lammfleisch und Geflügel. Die Geflügelzucht hier ist ja auch grausam deshalb kaufe ich auf dem Markt und hoffe das Beste:-(
#7
9.5.10, 09:09
@Oma Duck: Mein Fleischer kauft nur Tiere in Deutschland, die natürlich die lückenlose Dokumentation nachweisen können. Ausserdem schaut sie sich den Stall an und kauft nur im Umkreis von 150 km. Sie selbst ist Reiterin und hält sich 2 Pferde. Darum ist es ein Händler meines Vertrauens. Solche Dinge wie der Bio-Ei Skandal kann natürlich immer wieder vorkommen. Es stösst mir nur sauer auf das in dem Zuammenhang mit Skandalen meist der Osten genannt wird. Wenn der Weg der Tiere sich nicht verfolgen lässt, sollte man die Finger davon lassen. Jeder reelle Metzger legt seine Lieferanten offen.
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#8
4.6.11, 19:09
Zum Pferdefleisch ist ja nun viel hier geschrieben worden. Ich mag es. Und ich esse es, so oft ich es bekommen kann. Aber das Thema war nicht das Fleisch, sondern der Senf. Und da muss ich mal - auch wenn ich selten dort einkaufe - eine Lanze für die Discounter brechen. Auch der GaBiSenf (ganz billiger Senf) ist von der Qualität her nicht schlecht. Zum heißen Würstchen mit Kartoffelsalat passt er hervorragend. Auch für die einfache Senfsoße ist er nicht schlecht.

Ich bin ja Küchenfetischist (jetzt kommen die Kommentare.......). In meinem Kühlschrank sind eigentlich immer 6 bis 8 Senfsorten. Eben immer die Passende für das entsprechende Gericht. Für Pferderouladen würde ich einen milden, etwas gröberen Dijon-Senf nehmen. Der hat viel Senfaroma und relativ wenig Bitterstoffe. Auch würde ich den Senf bei Pferdefleisch sehr sparsam dosieren, sonst übertüncht er das feine Fleischaroma. Also, die Zutaten besser auf die Speise abstimmen - und schon wird was draus.
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#9
8.11.11, 14:01
Das hat zwar jetzt nichts mit dem eigentlichen Tipp zu tun, aber trotzdem:

Ich finde es unmöglich, anderen Leuten Pferdefleisch vorzusetzen, ohne das diese wissen, was es für ein Fleisch ist. Ich denke, jeder hat das Recht darauf, zu entscheiden, was er essen mag und was nicht.
Wenn mir z. B. jemand Kaninchen unterjubeln würde, wäre ich auf 180!!
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#10
9.11.11, 18:57
ooooch, ich esse sehr gern Kaninchen. Und mich macht das nicht auf 180, sondern schön satt.

Sicher würde ich jedem, der mitisst sagen, was auf den Tisch kommt. Sonst denken ja manche Leute bei Pferd, es wäre Rind. Und die haben außer der annähernd selben Nahrung und vier Beinen nicht viel gemeinsam.

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