In der gut ausgestatteten Lagerfeuerküche sollten ein paar Metallspieße mit isoliertem Griff nicht fehlen – dünne Holzstöcke verbrennen zu schnell.

Zünftiges Essen am Lagerfeuer

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Mein Güte, wie ich das liebe: Ein Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Gebt mir noch eine Handvoll lieber Menschen und eine Gitarre dazu und ich bleibe die nächsten zehn Jahre am Feuer hocken. Da können mir jeder festliche Anlass, jede Party und alle coolen Clubs dieser Welt gestohlen bleiben. Dass ich diese rustikalen Freuden so zu schätzen weiß, bedeutet nicht den automatischen Verzicht auf Annehmlichkeiten. Und dazu gehört für mich in erster Linie ein gutes Essen.

Natürlich könnte ich zuhause alles vorbereiten, in Tupperdosen packen und mitnehmen. Aber das wäre eine schändliche Missachtung des besten „Outdoor-Herds“ der Welt: Dem offenen Feuer. Doch bevor ich euch meine liebsten Lagerfeuer-Rezepte verrate, ein paar Tipps zum richtigen und vor allem sicheren Feuermachen.

Feuer machen - Safety first!

  • Eigentlich selbstverständlich: Auf keinen Fall im Wald Feuer machen und mindestens 100 Meter Abstand zu Waldflächen halten. Wo Feuer gemacht werden darf ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, vorher bei der Gemeinde nachfragen. Dort erfährt man auch die aktuelle Waldbrandstufe.
  • Der beste Untergrund für ein Feuer sind Sand- und Kiesflächen oder der blanke Erdboden.
  • Funken können weit fliegen. Daher kein Feuer in der Nähe leicht brennbarer Dinge machen (ausgetrocknete Wiese, Reetdach, Strohballen, Holzstapel o.Ä.).
  • Möglichst eine windgeschützte Stelle für das Feuer suchen.
  • Ein Kreis aus Steinen verhindert das unkontrollierte Ausbreiten des Feuers und kann gut als Auflage für beispielsweise einen Grillrost dienen. Achtung: Auf keinen Fall nasse Steine verwenden, es besteht Explosionsgefahr. Am sichersten sind feuerfeste Ziegelsteine. Im Zweifelsfall anstelle des Steinrings eine flache Grube ausheben.
  • Niemals flüssige Brennstoffe als Anzündhilfe verwenden. Zum Anzünden des Feuers eignen sich trockene Gräser, Flechten, dünne Äste oder Zapfen. Wer nicht sammeln möchte, greift auf feste Grill- oder Kaminanzünder zurück. Auch der Verpackungskarton vom Sixpack ist gut geeignet. Pfadfindertipp: Birkenrinde brennt selbst in nassem Zustand mit großer Hitze.
  • Das Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen und einen Eimer mit Wasser, Sand oder eine Löschdecke bereithalten.
  • Nach dem Löschen des Feuers durch herumstochern mit einem Stock überprüfen, dass sich keine Glutreste mehr in der Feuerstelle befinden.

Kulinarisches

Stockbrot und rustikale Pizza Calzone

Stockbrot ist ein echter Lagerfeuer-Klassiker. Der Teig ist leicht vorzubereiten und auch Kindern macht das „Backen“ einen Riesenspaß. Für die Basisversion knetet man einen Hefeteig aus 500 g Mehl, einem Würfel Hefe (alternativ ein Päckchen Trockenhefe), ca. 250 ml Milch oder Wasser, 100 ml Öl (oder 100 g Butter), einem Teelöffel Salz und einer Prise Zucker. Für die süßen Leckermäulchen nimmt man Butter statt Öl und gibt noch ein Ei und ein Tütchen Vanillezucker zum Teig. Pikanter wird das Ganze, wenn man geschnittene Oliven, Kräuter, oder Schinken- bzw. Käsewürfel untermengt.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Eine Handvoll des Teigs wird um das Ende eines geraden, angespitzten Stocks geknetet. Dabei das Teigstück nicht durchstoßen – in die Öffnung kann später noch eine Füllung gegeben werden. Der Stock mit dem Teig wird dann einfach über die Flammen oder die Glut des Lagerfeuers gehalten, bis der Teig fest ist. Nach dem Abziehen des Stockbrotes (Vorsicht, heiß!), kann es nach Belieben gefüllt werden: Marmelade oder Nutella für die süße Variante, Frischkäse oder ein Dip für die pikante Version.

Wer es raffinierter mag, sollte einen Grillrost über das Feuer legen und darauf die Cowboy-Variante einer Pizza Calzone backen. Aus dem gleichen Teig formt sich jeder ein dickes, rundes Stück und belegt es mit klein geschnittenem Gemüse, Käse, Schinken oder Ähnlichem. Zusammenklappen, verschließen und ab damit auf den Grillrost.

Jetzt wird´s spießig

In der gut ausgestatteten Lagerfeuerküche sollten ein paar Metallspieße mit isoliertem Griff nicht fehlen – dünne Holzstöcke verbrennen zu schnell. Auf die Spieße können Fleisch- und Gemüsestückchen wie bei einem Schaschlik aufgespießt werden. Auch ein aufgespießter und mit Fett bestrichener Maiskolben bekommt über dem offenen Feuer einen echt kernigen Geschmack. Wenn man das Feuer etwas auseinanderzieht, kann man eine Glut-Ecke ohne offene Flammen schaffen. Das schützt vor schwarzen Stellen auf dem Essen.

Der Lagerfeuer-Kochtopf: Aluminiumfolie

Ich weiß, Alufolie hat nicht den besten Ruf, eignet sich aber optimal fürs Garen im Feuer. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die Folie nutzen will oder nicht. Genau wie auf einem Grill kann fast alles (in Alufolie gewickelt) in der Glut des Feuers gegart werden: Fisch, Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln. Extratipp: Die Kartoffeln können daheim vorgekocht werden, da sie sonst sehr lange brauchen.

Nachtisch mal anders

Auch hier gibt es einen Klassiker: Marshmallows. Diese sogenannte Schaumzuckerware entwickelt am Spieß über dem Feuer gegrillt einen ganz eigenen Geschmack. Die Konsistenz ist außen knusprig und innen schaumig-zuckrig, fast wie Zabaione. Sehr süß. Sehr lecker!

Bananen bringen ein eigenes Kochgefäß in Form ihrer Schale schon mit. Einfach kurz in die Glut legen, aufschlitzen und auslöffeln. Für Schoki-Fans: Die Bananenschale vorher einritzen und ein paar Stücke Schokolade in das Fruchtfleisch drücken. Dann mit der eingeritzten Seite nach oben kurz in die Glut legen. Auslöffeln und danach satt und zufrieden rückwärts ins Gras fallen lassen. Fantastisch!

Natürlich könnt ihr die Rezeptauswahl mit eigenen Vorschlägen in den Kommentaren „befeuern“. Viel Spaß dabei.

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7 Kommentare


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#1
5.9.16, 19:46
einen Tipp, der länger als 10 Zeilen ist. lese ich gar nicht. die Zeit habe ich nicht.
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#2
5.9.16, 20:12
Und hinterher das aufräumen nicht vergessen und den Platz so verlassen, als wäre niemand da gewesen - dann war es ein gelungenes Essen;-)))
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#3
5.9.16, 20:57
@Lexus, dann lass es doch sein
#4
5.9.16, 23:42
@lexus: 

Ein überflüssiger & seltsamer Kommentar von Dir...

Überflüssig weil: siehe Kommentar von Binefant...

Seltsam weil: Du bereits neulich zwei meiner Beiträge kommentiert hast, die beide (geschätzt) so um die 60 Zeilen lang sind ("Angst: Ursachen und wie man sie bekämpfen kann" und "Müssen wir immer müssen?") Aber gut - jeder so wie er mag...und Zeit hat.

@Kampfente:

Völlig richtig: Aufräumen gehört dazu. Ich habe das jetzt einfach mal als selbstverständlich vorausgesetzt, aber es ist gut, dass Du es noch mal betonst.
#5
6.9.16, 00:23
Das haben wir früher wo ich so 15-16 Jahrealt war  ,auch oft gemacht und da wird heute noch immer oft von erzählt.Klasse Tipp
#6
6.9.16, 13:09
Schade, daß die Lagerfeuer-Zeit für dieses Jahr schon fast wieder vorbei ist!
Dein Tip ist super und die Rezepte auch!
#7
6.9.16, 17:16
Lagerfeuer und Grillen geht doch immer :-)
Im Winter sollte man halt erst den Schnee beseitigen ;-)
Und in meinen Lagerfeuertopf kommt dann Punsch rein.... Mmmmh

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