Desinfektion - Hände waschen

Desinfektion im Haushalt - wenn Hygiene zur Besessenheit wird

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Angriff der Killer-Mikroben!

Der Blick in viele deutsche Putzschränke lässt einen unwillkürlich an das Wettrüsten der Supermächte denken. Nur geht es hier nicht um Ost gegen West, sondern um Mensch versus Mikrobe. Kampf dem Keim, wobei der vermeintliche Feind im Unsichtbaren lauert. Zuallererst muss festgestellt werden: Die Zahl der auf dem menschlichen Körper siedelnden Mikroben übersteigt die Zahl der Körperzellen. Und das ist auch gut so! Die allermeisten dieser kleinsten Mitbewohner erfüllen nämlich lebenswichtige Aufgaben für den Menschen. Nur die allerwenigsten sind Krankheitserreger oder andere Störenfriede. Was nährt also unsere irrationale Angst vor Keimen?

Das Angebot bestimmt die Angst…

Der Putzmittel- und Hygienemarkt ist gesättigt mit antibakteriellen, viruziden (gegen Viren wirksame) und desinfizierenden Produkten. Desinfektionstücher für die Klobrille, Anti-Keim-Mülltüten und Flüssigmittel wie Sagrotan und Co. Hier wird ein Bedarf suggeriert, der in Wirklichkeit gar nicht existiert. Im privaten Haushalt sind Desinfektionsmittel in der Regel überflüssig. Ausnahmen sind beispielsweise Haushalte, in denen eine Person an einer hoch infektiösen Krankheit, wie beispielsweise dem Noro-Virus, leidet. Hier kann der gezielte Einsatz von Desinfektionsmitteln die Infektionskette unterbrechen. Das gilt insbesondere für Haushalte, in denen Menschen mit einer durch Krankheit, Immunschwäche oder Chemotherapie geschwächten Abwehr leben.

Wo ist Desinfektion sinnvoll?

Grundsätzlich kann man sagen: In allen medizinischen Einrichtungen. In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen kann das vermehrte Auftreten krankheitsverursachender Keime ein ernsthaftes Problem darstellen. Auch in der Lebensmittelproduktion und in Großküchen ist Desinfektion angebracht. Allerdings hat die angestrebte Sterilität in Krankenhäusern auch ihre Schattenseiten. Studien irischer Forscher lassen einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Desinfektionsmitteln und der Antibiotika-Resistenz verschiedener Keime vermuten. Neben dem falschen Einsatz von Antibiotika könnte hier ein weiterer Ursprung gefährlicher Krankenhauskeime liegen.

Hygiene ja, Desinfektion nein!

Wenn im Privathaushalt und Alltagsgeschehen einige grundlegende Hygieneregeln beachtet werden, erübrigt sich jede Art von Desinfektion. Einige der wichtigsten Tipps sind hier für euch kurz zusammengefasst:

  • Händewaschen: Eine Studie belegt, dass Menschen durchschnittlich 400 Mal am Tag ins Gesicht fassen. Da über die Hände die meisten Keime "weitergereicht" werden, besteht hier eine besonders hohe Infektionsgefahr. Hierzu Armin Schuster, der als Biologe am Freiburger Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene arbeitet: "Eine Erkältung kann man sich schon durch das Reiben der Augen einfangen, wenn man Erkältungsviren an den Händen hat." Da hilft nur regelmäßiges und gründliches Händewaschen, im Besonderen vor dem Umgang mit Lebensmitteln, nach dem Toilettengang und nach dem Kontakt mit Kranken oder Haustieren. Wasser und Seife genügen!
  • Lebensmittel: Deutschlandweit werden jährlich mehr als 200.000 Magen-Darm-Erkrankungen registriert, die auf mangelhafte Hygiene im Lebensmittelbereich zurückzuführen sind. Und das sind nur die erfassten Fälle, denn die Dunkelziffer liegt ungleich höher. Hier geraten vor allem Keime wie Salmonellen, Listerien und Campylobacter ins Visier. Diese in Fisch, Fleisch und Wurst, aber auch in Rohmilchprodukten und Eiern siedelnden Keime, können zu ernstzunehmenden Krankheiten führen. Diese Lebensmittel sollten daher unmittelbar nach dem Einkauf bei maximal 6 °C im Kühlschrank gelagert werden. Um trotzdem vorhandene Keime unschädlich zu machen, müssen die Speisen beim Zubereiten mindestens 2 (besser 10) Minuten auf über 70 °C (Kerntemperatur!) erhitzt werden.
  • Spülbürste und Lappen: Im feuchtwarmen Milieu der Spülhelfer siedeln Mikroben besonders gerne. Ob diese Keime aber gesundheitsbedenklich sind, hängt von der vorausgehenden Verwendung von Lappen und Bürste ab. Alles, was mit Resten von Fleisch, Fisch, Wurst, Milch, rohem Ei oder Auftauwasser in Berührung gekommen ist, gehört vor der nächsten Verwendung grundsätzlich in die Waschmaschine oder in den Geschirrspüler.
  • Bad und Toilette: Normales Putzen reicht! Im deutschen Durchschnittshaushalt tummeln sich im Kühlschrank mehr Keime als auf der Klobrille. Im Bad sind vor allem die Bereiche keimbelastet, die mit vielen Händen in Berührung kommen. Also Türklinken, Wasserhähne, Lichtschalter und Klospülungen. Aber auch hier wäre der Gebrauch von Desinfektionsmitteln mit dem "Kanonen-auf-Spatzen-Prinzip" vergleichbar. Regelmäßiges Abwischen der betreffenden Stellen und gründliches Händewaschen reichen völlig aus.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Im Desinfektionsmittel-Bereich ist Abrüstung angesagt. Macht den von Werbung und Einzelhandel angesagten Kampf gegen den "unsichtbaren Feind" Mikrobe nicht zu eurem privaten Feldzug. Die meisten Mikroben sind eure Freunde und Helfer, also nehmt sie lieber nicht unter "friendly fire"!

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41 Kommentare


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#1
27.11.14, 15:26
Wie wahr!!
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#2 Upsi
27.11.14, 17:45
Ich bin Tierfreund, ob groß ob klein , die guten dürfen alle sein, trotzdem mag ichs gerne rein.
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#3 frecheratte
27.11.14, 20:34
Kann ich als MTA, Fachbereich Mikrobiologie, nur unterschreiben. Beruflich muss ich damit ständig zugange sein, aber ich habe daheim keinerlei Desinfektionsmittel.
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#4
27.11.14, 22:04
Schon richtig - man beachte auch den Abschnitt "Hygiene ja"!
Ich fürchte, die Hygiene kommt bei vielen Leuten immer noch zu kurz - wenn ich mir nur so anschaue, wie sich Leute in den öffentlichen Toiletten oder auch manche Verkäufer hinter der Theke verhalten. Da wird dann gerne Desinfektion als ganz böse gesehen und "Dreck stärkt das Immunsystem" als Ausrede benutzt. Ich will morgens einfach nur mein Brötchen und keine Körperflüssigkeiten mit der Verkäuferin austauschen.
Krankenhauskeime haben sicher nicht mit zu viel, sondern mit zu wenig und falsch angewendeter Desinfektion zu tun: kein Wunder, wenn am Personal gespart wird.
Ob ich im Haushalt mit normalem Reiniger 80% oder mit Desinfektionsmittel 99% der Bakterien entferne, dürfte völlig egal sein - als alkoholisches Lösungsmittel kann ein Desinfektionsmittel manchmal auch ganz praktisch (wenn auch unnötig und teurer wie z.B. Brennspiritus) sein.
Also einfach normal sauber bleiben, die Kirche im Dorf lassen und nicht missionieren.
#5 xldeluxe
27.11.14, 22:29
@chris35:

Stimme Dir voll zu!

Bei diesem Thema halte ich mich mal bewusst zurück, denn ich schreibe Hygiene in Küche und Bad sehr groß und lasse mich auch nicht davon abbringen:

Ich brauche keine Bakterien, um gesund zu bleiben und sie stärken auch nicht meine Abwehr, denn damit und auch mit Allergien, Hautkrankheiten oder Unverträglichkeiten habe ich nie Probleme gehabt (Dreck reinigt auch nicht den Magen ;--)))

Dass auf der Toilettenbrille weniger Keime als in der Küche sind, habe ich auch schon vor 10 Jahren gelesen: Es wundert mich dann aber sehr, dass bei Tests ansteckende Keime in Bikinihöschen und Badeanzügen gefunden wurden, die in Konfektionsgeschäften anprobiert wurden........

Dann wiederum habe ich schon Kühlschränke, Spültücher und Schneidebretter gesehen, da möchte man nur noch rennen.....

Ich bin nicht so tolerant zu sagen: Jeder so wie er meint - denn ganz viele meinen dazu gar nichts ;--)))))))))))
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#6
27.11.14, 22:39
xldeluxe: naja, bestimmte Bakterien brauchst Du natürlich - an der richtigen Stelle, z.B. Darmbakterien, wenn sie durch Antibiotika geschädigt wurden. Oft verwechselt:
Mittel zur Flächendesinfektion (z.B. mit Alkohol oder Isopropanol) sind sehr kräftig und bringen bei richtiger Anwendung die Keime einfach um. Gegen eine Axt im Kopf wird man auch nicht immun.
Antibiotika sollen die Keime im Körper reduzieren, den Körper selbst aber gerade noch heile lassen, sie sind also viel komplizierter und müssen genau nach Vorschrift eingenommen werden. Hinterher die Darmflora wieder aufbauen, der ärztliche Ratschlag "essen se mal nen Joghurt" reicht nicht unbedingt.
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#7 xldeluxe
27.11.14, 22:55
@chris35:

Ich habe es gar nicht von der "Körperseite" betrachtet und natürlich ist die Darmflora wichtig.

Antibiotika muss ich alle 3-4 Jahre einmal einnehmen, wenn mich eine Grippe umhaut (das ist aber eher noch seltener), ansonsten habe ich damit keine Erfahrungen, nehme sie aber nach Vorschrift ein und stoppe die Einnahme auch nicht, wenn es mir besser geht ;--))
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#8
27.11.14, 23:21
Ich hantiere viel mit rohem Fleisch, auch Geflügel. ( wir barfen unseren Hund). Da wir schon böse Erfahrungen mit Viren hatten, wird bei mir in der Küche häufiger Desinfektionsmittel eingesetzt.
#9 jb70
28.11.14, 09:56
Ohne die Richtigkeit des Inhalts anzuzweifeln :
Mir ist der Beitrag zu reißerisch formuliert.
Es hätte auch gereicht, zu schreiben:
Ein Zuviel an Hygiene ......
Hier gleich von "Besessenheit" zu reden ist in meinen Augen ziemlich übersteigert.

Weil jemand ( ich zum Beispiel ) die Küchenarbeitsplatte, die Klobrille und seine Hände nach dem Gang zur Autobahntoilette desinfiziert, ist er noch nicht vom Hygienewahn besessen.
Menschen die unter einem Waschzwang leiden und/oder soziale Kontakte meiden, aus Angst vor krankmachenden Keimen, bedürfen sicher fachlicher Hilfe - aber auch in diesem Zusammenhang fände ich es unpassend von Besessenheit zu reden.
Und zwischen "Dreckfink" und neurotisch angehauchtem "Putzfimmel" liegt ja wohl noch was dazwischen.....

Es mag durchaus unnötig sein, den privaten Bereich mit Desinfektionsmitteln zu säubern.
Mir gibt es jedoch vielerorts einfach ein "gutes Gefühl".

Gerade aktuell kursiert in der Schule eines meiner Kinder ein meldepflichtiger (!) Darminfekt...

Ich verfalle deshalb nicht in Hysterie, aber es bestätigt mich einmal mehr in meiner Auffassung,
dass es nicht so schädlich ist, Hygiene groß zu schreiben .
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#10
28.11.14, 09:59
Super Beitrag! Mein Motto ist: die Natur findet immer einen Weg.
Wenn man also mit den handelsüblichen Desinfektionsmitteln im Haushalt vorgeht und damit 99 % der Bakterien tötet (so wie es die Werbung verspricht), was passiert dann mit dem einen Prozent? Es findet einen Überlebensweg, wird gegen die Desinfektionsmittel immun und schon bilden sich die sogenannten Superbakterien, wie z. B. In Krankenhäusern.
Man sollte also seinen gesunden Menschenverstand anwenden.
Beim Händewascheen hat mir mal jemand erklärt, dass es nicht reicht, nur die Hände kurz abzuspülen, da werden Bakterien nicht vertrieben. Man sollte 15 Sekunden (oder im Kopf "Happy Birthday" singen) die Hände unters Wasser halten.
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#11
28.11.14, 10:15
wenn nicht gerade ein gehirn-op im wohnimmer ansteht, reicht normale hygiene total aus. sicherlich sollte man, falls ein familienmitglied etwas ansteckendes hat, man mit fleisch, eiern u.ä. hantiert (das natürlich in der küche) besonders auf hygiene achten, sich ansonsten nicht verrückt machen. ach ja und händewaschen ist immer gut.
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#12
28.11.14, 10:32
Vollkommen richtig!! Nur da wo es angebracht wäre, im Krankenhaus, wird nicht richtig darauf geachtet! Sparen sparen... Siehe helios Kliniken!!!!
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#13 Schnumpelchen
28.11.14, 10:36
ich mache das so wie ich das für richtig halte. Nimmt man es genau mit Hygiene hat man einen Putzfimmel und nimmt man es locker ist man ein Ferkel. Jeder soll für sich abwägen was für ihn persönlich richtig ist. Unsere Familie hatte vor kurzem den Noro Virus, eingeschleppt nach einem Einkaufsbummel. Wir achten alle sehr auf Sauberkeit und Hände waschen ist Pflicht sobald wir die Wohnung betreten. Dieser Noro Virus hat uns umgehauen , das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Seitdem sind wir vorsichtiger geworden und haben für unterwegs immer ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel für die Hände mit.
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#14 xldeluxe
28.11.14, 10:43
@Charna:

Ich operiere fast jeden Tag am offenen Herzen auf Esstheke und Arbeitsplatte.

Mein Wohnzimmer braucht nicht so steril sein ;--)))
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#15
28.11.14, 16:22
Ich finde den Tipp gar nicht schlecht.

Es ist doch wie meistens im Leben. Das richtige Mass macht es aus.

Für mich persönlich bedeutet das, dass ich es zu Hause gerne sauber und gepflegt habe. Bad und Küche halte ich stets sauber, die Hände werden gewaschen und ansonsten beachte ich die normalen Hygienevorgaben. Wie zum Beispiel beim Verarbeiten von Hähnchen etc.

In meinem Beruf siehts aber anders aus. Da wird Hygiene sehr gross geschrieben, denn ich arbeite im Gesundheitswesen.
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#16 Fjunchclick
28.11.14, 21:37
@xldeluxe: Äh, eine Grippe ist eine Viruserkrankung. Dagegen helfen Antibiotika ganz genau gar nicht. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.
Leider wissen viele Ärzte das anscheinend nicht, bzw. sie verschreiben das nur, um die Patienten zu beruhigen. Die wollen ja schließlich "irgend was haben".
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#17 xldeluxe
28.11.14, 22:08
@Fjunchclick:

Ich frage nie nach irgendwas sondern überlasse es meinem Arzt, was er mir verschreibt und die wenigen Male bekam ich halt Antibiotika.

Vielleicht war es ja auch nur ein grippaler Infekt.
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#18
30.11.14, 08:29
Ein grippaler Infekt wird auch durch Viren ausgelöst...
#19
30.11.14, 09:24
Was hat denn nun die Therapie eines grippalen Infekts mit dem Tipp zu tun? Vielleicht hatte xldeluxe ja auch Angina... ;)))))))
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#20 watz
30.11.14, 09:27
Ich habe seit Jahren keine Antibiotika mehr vom Arzt bekommen, nachdem ich klar gemacht habe, das ich die nur wünsche, wenn sie erforderlich sind.
Die Anzahl und Dauer von Infekten ist seit dem stark rückläufig.
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#21
30.11.14, 09:42
@xldeluxe: Erkältungen sind VIRUSinfekte, da geht nix mit Antibiotika. Im Gegenteil. Die Bakterien, die dann vermehrt vorhanden sind greifen die Viren an und tragen zur Heilung bei.
Besser: rechtzeitig mit homöopathischen Komplexmitteln eingreifen wie z.B. Engystol (das hilft auch bei Virenattacken im Darm.
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#22 xldeluxe
30.11.14, 09:43
@schwarzetaste in Bezug auf #16 und 18:

Hoffentlich verliert mein Arzt jetzt nicht seine Zulassung, weil er so leichtfertig mein Leben aufs Spiel setzt ;-))))
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#23
30.11.14, 09:48
Grundsätzlich stimme ich dem Beitrag zu. Ebenso wie innen zu viele Antibiotika für unsinnige Anwendungen genommen werden wird in den Haushalten (aber nur in einigen...) zu viel Desinfektion genommen. Das züchtet resistente Keime. Die eigentlichen Angriffsstellen: Wischlappen, Spülbürste kann man gut, wenn man nicht täglich austauschen will, in die Mikrowelle legen (in meinen Augen die einzig sinnvolle Anwendung für ne Mikrowelle) oder mit kochendem Wasser und einem Schuss Orangenöl desinfizieren. Besser: wechseln
Man kann natürlich hier auch überhaupt die übermässige Verwendung von Putzmitteln diskutieren. Außer heissem Wasser und Spülmittel und Spiritus und vielleicht noch dem besagten Orangenreiniger - was brauchts da mehr?
Da sollte man sich viel mehr Gedanken machen um die zunehmende Zahn von Haushalten, die auf dem Weg zum Messie sind.
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#24
30.11.14, 09:50
@xldeluxe: Der liest offensichtlich nicht die Rundschreiben auf Doccheck und möchte seine Patienten schnell und kostengünstiug aus der Praxis haben, sorry, geht nicht gegen Dich, aber für die Kollegen habe ich kein Verständnis
#25 xldeluxe
30.11.14, 09:59
@Hortensie:

Nein, lese ich nicht.

Ich bin mir aber ganz sicher, dass mich meine Hausärztin nicht schnell aus der Praxis haben will, denn so eine Ärztin würde sich jeder wünschen, auch wenn man sich auf sehr lange Wartezeiten einstellen muss. Das sehe ich aber eben als durchaus positiv an, denn sie nimmt sich Zeit für alles und jeden.

Zu meinen grippalen Infekten oder was immer es auch sein mag, wenn es mich alle paar Jahre mal überkommt:

Schluckbeschwerden, Rasseln im Brustbereich, Dauerhusten, Schüttelfrost und meist noch eine schwache Blase.......was soll ich sagen: Antibiotika half....

Ich bin nun gut informiert über das Für und Wider und schließe das Thema hier für mich ab.
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#26
30.11.14, 10:11
@Hortensie

Ach was, xldeluxe hat das aus der Erinnerung geschrieben, und wer weiß, was sie vor 3 bis 4 Jahren mal hatte. Kein Grund, eine Grundsatzdiskussion aufzumachen. Hauptsache gesund! ;-)
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#27
30.11.14, 10:15
das , lieber Bernhard, war endlich mal ein superguter Tipp. Ich habe im Haushalt: Essig, Spirit und Zitronensäure - damit wird ALLES im Haus -incl. Fenster!- supersauber, ohne die Chemiekeule
zu schwingen und der kleine blaue Planet bekommt damit wenigstens von mir etwas Hilfe. Wobei
ich sicher bin, dass es noch mehr Menschen gibt, die nicht von der Chemieindustrie gebrain-
washed sind. Danke u. schönen 1. Advent - an alle!!!!
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#28
30.11.14, 11:46
Ich bin entsetzt über die Ahnungslosigkeit mancher Forenteilnehmer. Ein Haushalt kann gar nicht hygienisch sein, wenn man nicht mal die Grundbegriffe der Mikrobiologie verstanden hat...
Als Hausfrau ist man schließlich die Fachfrau für häusliche Hygiene und Krankenpflege der Familienmitglieder, oder sollte es zumindest sein...
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#29
30.11.14, 13:16
Auweh.... das heiße Thema Hygiene und Sterilisation in Bad und WC ;)
Da hat sich Bernhard aber auf ein heikles Thema eingelassen und das m. M. nach durchaus einkalkuliert, dass es da wieder hoch hergehen wird. :D

Da gab es auch mal eine Sendung auf WDR oder ARD zu diesem Thema - kann Quarks gewesen sein. Da haben die jemanden mit Bakterientest-Zeugs in Wohnungen rund geschickt und es stimmte tatsächlich, was Bernhard schrieb: Die Toilette war hygienischer als die Spüle (nebst Spültuch) und vor allem der Kühlschrank. Vor lauter täglicher Desinfiziererei von Toiletten, Duschen und Waschbecken - nebst zumindest noch Desinfektion der Arbeitsplatte in der Küche - wurde das tägliche Desinfizieren des Kühlschranks glatt vergessen *lach*
....aber die Bakterien sieht man ja schließlich auch nicht, weil da selten was verschmutzt.
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#30
30.11.14, 14:35
Ich stelle gerade für eine Fortbildung welche ich halten werde eine Präsentation über MRSA zusammen.
Das sind diese Superkeime die gegen Antibiotika immun sind.
Zur Einstimmung lege ich euch sehr den Bericht welcher morgen um 20:15 im WDR Fernsehen läuft nahe.
Könnes kämpft.

Fazit für Privatmenschen. Absolut oft anständig die Hände waschen.
Den Haushalt mit Spüli, Essig und Spiritus reinigen R E I C H T!!
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#31
30.11.14, 16:25
Hygiene im Haushalt - das ist immer wieder eine Diskussion wert! Ich benutze im Haus keine Desinfektionsmittel, aber sehr oft Spülmittel und viele Putzlappen.
Normalerweise hat man im Haus ja keine hochgefährlichen Keime. Dann sähen die Hygienemaßnahmen natürlich anders aus.
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#32 jb70
30.11.14, 21:27
xldeluxe #17 :
Ich denke, Deine Ärztin wird wissen,wann und warum sie welches Medikament verschreibt.

Zu einem Virus gesellen sich nunmal (durch das momentan geschwächte Immunsystem) ganz schnell und gerne Bakterien dazu und dann ist eben ein Antibiotikum (mit all' seinem Für und Wider) das Mittel der Wahl.
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#33
1.12.14, 00:44
Der (eigene) Schmutz und Wohndreck im Haushalt ist meiner Meinung nach nicht ansatzweise so schlimm, wie der Schmutz, den wir von außen mit hineinbringen. Denken wir mal an den Einkauf: Die Griffe der Einkaufswagen sind belastet, dafür brauche ich keinen Labortest, denn man sieht und fühlt den Dreck. Während wir einkaufen, fassen wir also mit unseren verdreckten Händen die Lebensmittel oder deren Verpackungen an. Dazwischen möglicherweise auch noch Geld. Einige Lebensmittel verbleiben jedoch in diesen Verpackungen, bis wir die Lebensmittel verzehren oder verarbeiten, und der Dreck bleibt daran haften.

Davon was die Putzfrauen in Krankenhäusern machen (müssen), will ich erst gar nicht erwähnen.

Wenn jedoch wieder mal eine richtig heftige Seuche ausbricht, werden dieser und ähnlichen Szenarien endlich die Aufmerksamkeit zuteil, die ihnen längst zugestanden hätten. Wollen wir wetten? Für mache Leute ist diese Art der Hygiene bereits die Gegenwart, für andere widerum nicht existent. Es muss jeder so leben wie er möchte, wer es gern schmutzig mag, wird daran unter normalen Umständen kaum umkommen.
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#34
1.12.14, 07:28
dies ist hinreichend bekannt. und trotzdem verdient sich die antibakterien-industrie dumm und dämlich. was mir aufgefallen ist, im haushalt wird mit antibakt. reinigungmitteln nur so um sich geschmissen, aber nach dem toilettengang wird das händewaschen vergessen.
kaum einer zieht sich z.b. die schuhe aus, wenn er von draussen reinkommt. geschweige werden sich die hände gewaschen. dies war früher gang und gäbe. naja, dafür haben wir ja die antibakt. reinigungsbomben.
nichts für ungut, ich sage immer, jeder wie er mag und sich wohlfühlt.
in diesem sinne, einen schönen wochenanfang.
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#35
1.12.14, 07:40
@mixo: Deshalb wische ich Honiggläser und ähnliche Dinge, die wir bei den Mahlzeiten benutzen, auch vor dem Gebrauch ab - allerdings nicht mit Desinfektionsmutteln, sondern mit Wasser und Geschirrspülmittel. Ich glaube zwar auch nicht, daß man von dem Schmutz, den die Gegenstände aus den Geschäften mitbringen, krank wird, aber ich finde es eklig, ein schmutziges Honigglas anzufassen und anschließend mein Brötchen.
Allerdings wische ich Selterwasser- und Saftflaschen und ähnliches nicht ab, das würde dann doch zu weit führen.
#36
1.12.14, 15:24
@hexe: #8
auch mein Hund wird gebarft. Naqtürlich wird danach Händewaschen großgeschieben und in Küche und Bad wird auch mit Desinfektionsmitteln gearbeitet und jeden Tag gewischt, aber das Ganze auch nicht übertrieben. In den fast 7 Jahren, wo ich für den Hund Rohprodukte verarbeite, haben wir noch keine negative Überraschung erlebt.
Was ich mache, ist, das ich in Restauranttoiletten mein Sakrotanfläschchen dabei habe. Wenn ich sehe, die Leute kommen von der Toilette, fassen den Wasserhahn an, verbreiten darauf die ganzen Bakterien, dann spüh ich lieber vor der Benutzung und auf der Toilette auch.. Ebenso bei den Türklinken. Ich habe auf Restauranttoiletten schon oft Leute gesehen, die gar nicht wissen, wozu das Waschbecken und der Wasserhahn da ist.
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#37
1.12.14, 15:50
@idun
was sollen die Leute denn machen? Den Wasserhahn mit den Zähnen oder den Füßen aufdrehen? ;D

Ich habe auch meist Desinfektionsgel in der Handtasche und wenn ich von der Toilette in Restaurants oder (ganz übel!) Autobahnraststätten und Arztpraxen komme, dann werden einfach meine Hände desinfiziert nach dem Waschen und verlassen des Raumes.
...und wenn ich es mal nicht dabei habe, bin ich bisher weder dran erkrankt noch dran gestorben. Meine Güte - fahrt ihr auch nur mit Atemschutz oder Gasmaske Bus und Bahn oder sitzt so beim Arzt?
Ich wette: Was in so mancher Restaurantküche auf den Teller kommt ist schlimmer als jeder Wasserhahn auf deren Toilette. Aber da jetzt nur nicht zu intensiv drüber nachdenken - sonst ist Restaurantessen bald auch tabu ohne vorheriges Sagrotan auf dem Teller... *lach*
#38 xldeluxe
1.12.14, 21:30
.....und die Restaurantküchen erst...............
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#39
1.12.14, 22:26
ich hab mir vor Jahren bei einem Türkeiurlaub mal Kolibakterien eingefangen. Das war sehr langwierig und schmerzhaft, seit dem bin ich etwas vorsichtig geworden.
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#40
2.12.14, 11:04
Fragt sich aber doch, ob auf einer Toilette oder beim essen ;)
Salat ist z. B. in gewissen Ländern definitiv ein Risiko. Bei unserem Ägypten-Urlaub hat uns der einheimische Reiseleiter sofort gewarnt, irgendwo im Restaurant Salat zu essen oder Eiswürfel in Getränke zu nehmen. Auf dem Schiff wurde der Salat ausschließlich mit abgekochtem Wasser gewaschen und die Eiswürfel aus geliefertem Flaschenwasser hergestellt.
Da kann man Wasserhähne und Toiletten desinfizieren so oft man will, wenn man hinterher einen leckeren Salat im Hotel ist.
#41
7.10.15, 15:43
auch wenn der tipp svhon älter ist: meine flasche mit sterilium gehört in die handtasvhe, ich besitze auch eine flasche sagrotan die für die brechschüssel benutzt wird, aber im großen ganzen halte ich nichts von desinfektion im haushalt...

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