Kuchen in der Wasserbadform/gekochter Kuchen

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Gesamtzubereitungszeit:

Bei uns blubberte ein Kuchen auf dem Herd, ganz sanft, das ist wichtig. Inzwischen war Zeit, die Frag-Mutti-Seiten anzuschauen und da waren wir namensmäßig ja dicht am Thema, von wegen Negerkuss und Zigeunerschnitzel.

Das Resultat aus unserer Küche heißt Mohr im Hemd und geht so:

Zutaten und Zubereitung

  1. 3 Brötchenhälften in etwas Milch einweichen, 3 Eier trennen, mit ca. 50 g feinem Zucker sehr steif schlagen.
  2. 100 g Butter (keinesfalls mehr) mit 40 g Puderzucker gut verrühren, dann nacheinander die Eidotter und die gut ausgedrückten Brötchen, sowie ca. 75 g gemahlene Mandeln und 50 g Brösel hinzufügen. Alles zu einem glatten Teig verrühren.
  3. 70 g geschmolzene Schokolade unter kräftigem Rühren zu der Masse geben, die Kuvertüre bleibt teilweise durch das Erstarren in kleinen Bröckchen im Teig.
  4. Der Eischnee wird untergehoben und dann wird der Teig in die gut gefettete und mit Semmelbröseln ausgestreute Form gefüllt. Die Form wird fest verschlossen und kommt dann für ca. eine knappe Stunde in leicht kochendes Wasser. Zweckmäßigerweise, sollte der Wasserstand so hoch sein, wie der eingefüllte Teig.
  5. Der abgekühlte Kuchen, wird dann mit einem dunklen Schokoladenguss überzogen, und schmeckt erst am nächsten Tag richtig gut.

Infos und Tipps

Dieses Rezept ist aus Oma Annes handgeschriebenem Kochbuch, dass sie anlässlich ihrer Prüfung zur Meisterhausfrau vorlegen musste. Dazu mussten die Rezepte bei fremden Hausfrauen gesammelt und dann in der eigenen Küche ausprobiert werden.

Was die Prüfer kannten, wurde zwar auch bewertet, aber Zusatzpunkte gab es nur für bis dahin Unbekanntes. Und das ließen sich die Prüfer dann auf der Zunge zergehen.

Wir nehmen dunkle Kuvertüre, aber wenn Kinder mitessen, ist wohl helle Kuvertüre besser. Bei uns wurden auch schon übrig geblieben Osterhasen und Weihnachtsschokoladen verarbeitet, man sollte damit aber nicht zu üppig sein, der Teig wird sonst zu schwer.

Vanillefreunde können aktiv werden, Bäckerinnnen hier bei uns, haben auch schon mal ein Päckchen Backpulver untergerührt, das ist aber im Original nicht vorgesehen.

Anne hat das Rezept von einer Östereicherin, die es aber unter keinen Umständen als Mehlspeise bezeichnet haben wollte. (Ach, übrigens unsere Anne ist jetzt 96 Jahre alt).

Noch ein Tipp von mir, ein Biskuitteig lässt sich auch gut kochen und ein Hefeteig mit vielen Zutaten wie Mandeln, Rosinen, Sukkade - auch mit kandierten Früchten - also nach jedermanns Gusto, lässt sich auch kochen. Garprobe wie beim Backen. (Und jetzt kommt der Pferdefuß: Durch das Hantieren in der Nähe des kochenden Wassers ist größte Vorsicht geboten, sonst wird evtl. der erste Kochkuchen auch der letzte sein).

Gutes Gelingen wünschen alle Penniannes, ganz besonders die Kökschen, die jetzt ins Philosophieren gekommen sind und sich über Kuchen aus der Bratpfanne unterhalten - nee nee, nicht über Pfannkuchen, richtig gelesen, über Kuchen aus der Pfanne.

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30 Kommentare


#1 kreativesMaidle
9.12.11, 07:46
Guten Morgen !!
Das erinnert mich an den Pudding, der in einer speziellen Form, mit verschliessbarem Deckel im Wasserbad gegart wurde.
Was für eine Form schlagt ihr vor??
Eine normale Gugelhupf-form? wenn man aufpassen muß, dass oben nichts rein blubbert, fehlt mir noch die Info : wieviel der Form darf oder soll im Wasser stehen, mehr als die Hälfte? und wie lange braucht so ein Kuchen, länger als der im Backofen?
Herzlichen Dank an die Vermittler der Großmütterlichen Rezepte aus der Pennianne WG!
#2 kreativesMaidle
9.12.11, 07:49
Sorry für die frühmorgendlichen Tippfehler, hab zu schnell weggeschickt..

..... und.... volle Punktzahl
#3
9.12.11, 07:51
@kreativesMaidle: Da gibt es glaube ich auch nur die Gugelhupfform.
Meine Mama hat noch so eine Kochform.
So weit ich mich erinnere stand die Form ca 3/4 im Wasserbad.
#4
9.12.11, 08:05
habe mal Kochbackform bei Google eingegeben.
hauptsächlich wurden mir Glastöpfe angeboten.

ist ja ne sehr interessante Sache gell?
mich würde noch interessieren:
wieviel ist die menge die vor dem kochen fertig ist?
wenn ich so pi mal daumen zusammen rechne sind es 850 g.
das bei 1 stunde Kochzeit, sollte man sicherlich Wasser nach schütten?
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#5
9.12.11, 08:24
Morgen :-) Gekocht wird solch ein Kuchen in so einer Form : http://de.dawanda.com/product/21735249-Grosse-alte-Puddingform-mit-Deckel ! Dieser gekochte Kuchen, ist in Wahrheit ein Pudding. Das was wir Pudding nennen, nennt sich eigentlich Flammeri.

Ich kann es euch sehr empfehlen mal aus zuprobieren, wenn ihr solch eine Form haben solltet oder organisieren könnt. Seeeeehr köstlich ! Vergleicht dieses Rezept auch mal mit dem englischen Plumpudding, dieser ist auch ein "gekochter Kuchen" !
2
#6
9.12.11, 11:19
oh, solche alten Rezepte wecken viele nostalgische Erinnerungen!
Meine Omi (leider schon lange im Himmel) hatte auch so eine Form, aus Blech glaub ich, die wurde mit 'nem Bügel geschlossen.
Omchen machte immer Vanillesauce dazu. Ich liebte ihren Kochkuchen.
Ein Hoch auf alle Omas, natürlich auch auf eure Anne!
#7
9.12.11, 11:21
... der Hermann müsste sich doch auch gut kochen lassen, oder? Wenn man mal wieder einen kriegt...
1
#8
9.12.11, 14:11
Über Kochkuchen bin ich erst vor kurzem das erste Mal gestolpert - im Waldkindergarten, wo sie einmal die Woche mit den Kiddies kochen. Und eben auch backen, aber im Bauwagen haben sie natürlich keinen Ofen, also Kochkuchen! Bin froh, das Rezept jetzt auch zu haben (ich vergess immer, danach zu fragen im WaKiGa). Danke, meine beiden sind begeistert, dass wir jetzt auch daheim Kuchen kochen!
1
#9
9.12.11, 15:31
In dem Kochbuch einer Urgroßmutter findet sich ein Rezept für "Meraner Pudding", eine Art Kuchen, der im verschlossener Form im Wasserbad gegart und zum Dessert mit Vanillesauce gegessen wurde (wovon die Großeltern später noch schwärmten).
Ich würde es auch hier veröffentlichen, wenn die Zutaten nicht so unverstädliche Bezeichnungen hätten.
#10
9.12.11, 16:45
@maestria: dann frage doch mal im Forum, manch einer kann dir sicherlich sagen was das eine oder andere heißt.
wenn du dann alles zusammen hast, schreibst du dein Rezept hier auf.
#11
9.12.11, 18:30
@ gitti 2810: Im Forum bin ich nicht unterwegs. Vielleicht weiß aber hier jemand etwas über diese "Nährsalz"-Bezeichnungen. Hier mal das Rezept für "Meraner Pudding", es muss etwa aus den 1920er-30er Jahren stammen:
3 Semmeln, 150 g Staubzucker, 100 g Nährsalzchocolade, 50 g Nährsalzcacao, 60 g Mandeln, 60 g Butter, 6 Eier, 1/4 Liter Milch
(bis auf diese Nährsalzprodukte ist eigentlich alles klar)Man schneidet die Semmeln in Scheiben und übergießt diese mit der kalten Milch. Dann rührt man die Butter zu Schaum , gibt die inzwischen weich gewordenen Semmeln und die Eigelb dazu und rührt die Masse tüchtig durch. Nun gibt man die fein gewiegten Mandeln, die geriebene Chocolade, Cacao, Zucker und zuletzt den Schnee der 6 Eiweiß unter die Masse, füllt diese in eine gut bestrichene und mit geriebener Semmel ausgestreute Form und kocht den Pudding 1 Stunde im Wasserbad.
Vanillebeiguß *schmeckt am besten dazu.
*heute: Vanillesauce
#12 wurst
9.12.11, 18:44
gitti2810 :Such mal nach Puddingform/Wasserbadform da kann man auch einen Semmelkloß drin machen,oder einen Kraut-Pudding.
#13
9.12.11, 19:42
Könnte man evtl. auch diese luft-und flüssigkeitsdichten Kunststoffdosen, deren Deckel man an den Seiten zuklicken kann, nehmen?
Das Rezept klingt lecker und ich würde es gerne ausprobieren!
#14 Pumukel77
9.12.11, 20:04
@maestria: google weiß Rat:diese Nähsalzprodukte sind Reformprodukte, denen früher mal eine besondere Beachtung zu teil wurde. Also für den Geschmack des Rezeptes ist es kein Problem normale Schoki und Kakao zu verwenden.
#15
9.12.11, 20:20
@wurst: ahhhh ja danke, wenn man weiß nach was man suchen soll ist es ganz leicht.
danke Wurst :)
#16
9.12.11, 20:29
@maestria: also was ich im Netz rausbekommen habe:
"Nährsalze" sind alle möglichen Spurenelemente welche gerade früher noch gebraucht wurden.
heute sind sie nicht mehr so wichtig, weil wir alles in anderen dingen schon aufnehmen.

also einfach Blockschokolade und Kakao nehmen und man ist auf der sicheren seite.
#17
9.12.11, 20:46
Schade, ich hatte vorhin eine Antwort geschrieben mit einem Link zu so einer Form, aber entweder wurde sie abgelehnt wegen Werbung oder sie wird noch geprüft :-(
#18
10.12.11, 11:07
mich würde ebenfalls (rein theoretisch!) interessieren, ob man den "Kudding" auch in einer Tupperdose zubereiten könnte ... oder geht das nicht, weil er sich während des Kochens logischerweise ausbreitet und einem dann womöglich der Deckel um die Ohren fliegt ?

kann jemand sehr Mutiges das bitte ausprobieren ... :o)
#19
10.12.11, 11:48
Ah, wer wissen möchte wie solche eine Form aussieht, schaut mal bitte in meinen Link in Antwort 5 :-)

Ob man auch eine "Tupperdose" benutzen kann ? Ich würd es mich nicht trauen ehrlich gesagt ! Aber schaut mal auf Flohmärkten und ähnlichem, vielleicht findet ihr dort günstig eine gebrauchte oder halt auf der Seite von meinem Link oder Ebay ! Zum erst einmal ausprobieren ist das vollkommen ok denke ich.
#20
10.12.11, 12:01
@Agnetha: Ich würde auch kein Tupper dafür nehmen. Du weißt doch, die heißen nicht um sonst auch gerne "Pengschüssel".

Es sollte schon eine Form sein, die mit Bügel oder Drehverschluss gesichert ist. Katjes Link ist da schon sehr hilfreich.
#21
10.12.11, 23:39
Diese Formen waren früher aus Aluminium, eine Art hohe Kranzform etwa wie eine Rodonkuchenform (oder Guglhupfform) jmit glattter Seitenwand und mit einem Deckel aus dem gleichen Matrerial. der mit einer Art Bajonettverschluss befestigt wurde. Hoffentlich habe ich das halbwegs verständlich geschrieben.
In solcher Form wurde füher auch der "Krautkopf" zubereitet, geschichtet aus Hackfleisch und Weißkohl, der ein unvergleichliches Aroma hatte.
#22
11.12.11, 00:07
@maestria: Nöch ein Nachrrag:
@ Katjes79- strimmt, gemau solche Formen findet man unter "Wasserbadform " bei google.
@ Agnetha: Tupper oder anderen Kunststoff würde ich nicht nehmen.Zum Garen braucht es diesen Hohlraum in der Mitte, den die Formen haben.
1
#23
11.12.11, 07:14
Ich habe vor vielen Jahren einmal einen Kuchen gekocht ,
als Form habe ich damals ein Einmachglas aus dem man ihn später stürzen kann gebraucht ging prima Versucht es einmal.
Viele kleine Gläser gleich viele kleine Kuchen.

(das gleiche verwende ich immer für Eierstich)
1
#24
11.12.11, 10:21
lieben Dank für eure Antworten bezügl. der Verwendung von tupper ... dachte mir schon, dass das nix wird ... werde auf Weckgläser zurückgreifen (jedenfalls beim ersten Kuddingkochen)
#25
11.12.11, 11:50
@Frau-Lich: hab in Deinem Kommentar den Hermann gelesen. Hast Du den? Ich hätte den gerne. Das Porto und den Aufwand würde ich Dir natürlich bezahlen.
u.buser@mnet-mail.de

LG
Uli
#26 pennianne
11.12.11, 14:12
@ubuser: Hallo ubuser, gib mal oben in das Suchfeld Hermann, Robert. Siegfried ein. Auf den Seiten ist ganz genau beschrieben, wie du dir einen Erstansatz selbst machen kannst. Haben wir nach langer
hermannsloser Zeit gemacht, hat gut geklappt, Viel Glück beim Füttern und schreib dann mal, wie es dir ergangen ist. Wir penniannes haben gerade keinen Ansatz.
Grüße aus Holstein von Astrid
#27
11.12.11, 14:53
@ubuser: Hi, ich hatte meinen letzten Hermann vor mindestens 5 Jahren. Ich hatte ihn sooo über...!
Aber jetzt hätte ich durchaus auch mal wieder Lust drauf.
Ich werde es demnächst mal mit dem Ansatz probieren, den pennianne (danke Dir) oben erwähnt hat.
Schönen Adventssonntag euch allen wünscht Frau-Lich
#28
11.12.11, 17:20
@Frau-Lich Danke für die Antwort. Ich habe meinen Hermann irgendwann auch über gehabt. Den letzten Kuchen habe ich vermasselt aber zuvor habe ich noch was verschenkt. Also stehe ich jetzt auf dem "Trockenen". Den Teig kann man auch einfrieren. Und wenn man wieder mal Lust auf den Hermann hat einfach auftauen.

Liebe Grüße
Uli

Ich setzte meinen Hermann jetzt auch wieder an, denn so schnell geht kein Kuchen.

Danke
#29
12.12.11, 12:58
@Agnetha:@Katjes79:„Sehr schöne alte Puddingform mit Dampfablass-Schraube, Backform für das Wasserbad, Weißblech mit verzinkter Innenseite in noch sehr schönem Zustand (benutzbar) Durchmesser: 16 cm, Höhe: 15 cm“
Bei EBAI sah ich Anzeigen für solche Formen...antik. Aber kürzlich sah ich sogar eine solche Puddingform im „cookmal“ Küchenladen.
Man hat diese Formen früher häufiger gebraucht, weil die (Back)Öfen ungenau heiß waren. In alten Kochbüchern (ich habe eins von Hedwig Heyl v.1926) gibt es dafür einige Rezepte für süß und salzig und heißt Pudding. Für Creme und Flammeri ist die moderne Bezeichnung jetzt Pudding.
Heutzutage gibt es Thermostate, Mikrowelle, etc.
Tupper könnte angehen, aber es braucht ein Dampfventil....sonst knallt es.
In Weckgläsern entweicht der Dampfdruck ja auch. Erst beim Abkühlen wird das Glas dicht.
#30 erselbst
17.12.11, 02:32
sehr gut eignen sich hierfür geschlossene leberkäsformen, die man nimmt um einen leberkäse zu kochen anstatt zu braten. gibt es unter "metzgerzubehör". in einer solchen form kann man auch einen "gekochten hackbraten" machen. ist einfach und die küche bleibt (in der regel) sauber!

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