Raupenleim – umweltschonende Barriere für kriechende Schädlinge

Der große Vorteil von Raupen- oder Kriechleim: Er besteht aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen und schadet keinem Nützling.
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Dein Obstbaum im Garten hat massenhaft Früchte angesetzt. Dein Gärtner:innen-Herz lacht. Doch dann der Schreck beim Gießen: Der Leimring fehlt und ganze Kohorten hungriger Schädlinge kriechen über die Rinde und machen sich auf dem Baum breit. Was tun?

Vor ein paar Jahren gab es in Sachen Schädlingsbefall vor allem eine Lösung: die Giftspritze. Zum Glück haben wir diese inzwischen aus unseren Gärten verbannt. Trotzdem wollen wir nicht tatenlos zusehen, wie unsere heiß geliebten Obstbäume von immer hungrigen Schädlings-Piraten geentert werden.

Der beste Zeitpunkt

Wann sollte man den Raupenleim anbringen? Die beste Zeit, um vorzusorgen, ist natürlich der Herbst und das frühe Frühjahr – bevor die kriechenden Schädlinge ihre Eier auf unseren Schmuckstücken ablegen. Doch auch im Sommer ist für manche Bäume noch nicht alles verloren. Denn wir können verhindern, dass weitere verfressene Legionen den Baum hoch krabbeln.

Leimringe oder Raupenleim?

Natürlich sind Leimringe eine einfache und schnelle Sache. Allerdings verletzen die Drähte häufig die Rinde unserer Bäume. Werden sie zu eng geschnürt, kann das üble Folgen haben. Oft bleibt vom Leimring einiges beim Entfernen kleben, das du kaum wegzupfen kannst, ohne die Rinde zu verletzen. Außerdem ist das Papier nicht immer komplett schadstofffrei. Raupenleim ist für Stamm und Rinde dagegen ungefährlich. Mit ihm vermeidest du darüber hinaus Müll und kannst auf das Erneuern der Ringe verzichten. 

Klebrige Spuren

Raupenleim gibt es in verschiedenen Preisklassen und für unterschiedliche Ansprüche im Garten- und Baumarkt. Das Wichtigste, bevor du ihn überhaupt öffnest, ist allerdings eine Flasche Spüli. Denn auch beim noch so achtsamen Umgang mit dem Leim gerät die zähe Masse irgendwie immer auf die Hände. Mit etwas Spüli oder Seife bekommst du den Kleber allerdings nach etwas Reiben wieder ab. Kommt der Leim auf die Kleidung, kannst du diese vor dem Waschen mit Speiseöl vorbehandeln. Allerdings bleiben häufig trotzdem Spuren zurück. Alte Kleidung ist deshalb die beste Wahl für das Streichen.

Acht Zentimeter breit und in einer Höhe von einem halben Meter solltest du den Kriechleim auftragen.

Anwendung von Kriechleim

Der große Vorteil von Raupen- oder Kriechleim besteht darin, dass er aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Vor allem mit kompostierbarer Bio-Qualität machst du alles richtig – und schadest weder deiner zukünftigen Ernte noch deinem Baum. Du streichst den Leim einfach mit einem breiten Pinsel in einem mindestens 10 cm breiten, durchgängigen Ring um deinen Baumstamm. Am besten ist eine Höhe von circa einem halben Meter, damit sich keine Katzen oder andere Tiere daran reiben und auch kein Gras daran kleben bleibt. Falls der Leim zu zäh ist, kannst du ihn kurz erwärmen – oder in die Sonne stellen. Dann wird er flüssiger und du kannst ihn leichter auftragen.

Raupenleim grün – kein Problem für Bienen und Nützlinge

Weder Bienen, noch Schmetterlinge, noch Regenwürmer oder andere Nützlinge haben ein Problem mit Kriechleim, der häufig als „Raupenleim grün“ verkauft wird. Seine Farbe lässt die Nützlinge vollkommen kalt. Geraten sie in seltenen Fällen aus Versehen doch an den Leim, können sie sich aus eigener Kraft selbst befreien. Anders verhält es sich mit Haftleim, der für sie schnell zur Todesfalle wird. Picken Vögel Insekten aus dem Kriechleim, streifen sie den lästigen, ungiftigen Kleber einfach ab.

Hier feiern Ameisen und Blattläuse ein Fressfest im Apfelbaum. Raupenleim bringt hier etwas fürs nächste Jahr.

Aus für die Kriecher

Doch wer soll nun eigentlich im Leim festkleben – oder im noch besseren Fall vor ihm das Weite suchen? Zu den kriechenden Schädlingen, die uns den größten Ärger und Kummer im Garten bescheren, zählen Ameisen auf der Suche nach Blattläusen sowie Frostspanner. Dazu kommen Borkenkäfer, Blutläuse, Apfel-Wickler und viele mehr. Sie überwintern im Boden und krabbeln dann in den Baum. Dort legen sie Eier ab, aus denen Larven schlüpfen. Diese haben das Fressparadies direkt vor der Nase: zarte Triebe, Knospen, Blätter und natürlich Früchte. Sind sie bereits heimisch in deinem Baum, kannst du in diesem Jahr nur noch hoffen, dass der Kriechleim den Nachzug weiterer Kriechkumpels verhindert – und dass dir die bereits etablierten Bewohner von der Ernte einiges ohne Fleischeinlage übrig lassen. Gegen Blattläuse gibt es zum Glück noch einige umweltfreundliche Alternativen. Und noch ein Trost: Mit dem Kriechleim verhinderst du wenigstens, dass das Spiel im nächsten Jahr von vorne beginnt.

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Buchsbaumzünsler bekämpfen mit Neemöl
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Blattläuse bekämpfen mit Knoblauchwasser
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