Nur weibliche Stechmücken stechen und saugen, denn ohne unser Blut können sie nach der Befruchtung keine Eier bilden.

Was hilft gegen Stechmücken?

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Sssssssssss – ein Geräusch und wir sind alle sofort auf Alarm. Stechmücken sind nervtötende Gesellen, die uns zahlenmäßig leider weit überlegen sind. Von den weltweit mehr als 3500 Stechmückenarten kommen in Europa rund 100 Arten vor, am häufigsten begegnet uns die „Nördliche Hausmücke“ alias „Gemeine Stechmücke“. Gibt es eine Strategie gegen den Juckangriff?

Wie und warum stecken die Mücken?

Nur weibliche Stechmücken stechen und saugen, denn ohne unser Blut können sie nach der Befruchtung keine Eier bilden. Mit ihrem Stechrüssel, in dem sich grob gesagt zwei Kanäle befinden, bohren sie ein Loch in unsere Haut – durch den einen Kanal injizieren sie Speichel, damit das Blut flüssig bleibt, durch den anderen Kanal saugen sie dieses gleichzeitig auf. Der Speichel ist es übrigens auch, der eine allergische Reaktion und damit das Jucken auslöst.

Worauf fahren Stechmücken ab?

Licht zieht vielleicht Motten an, aber nicht unbedingt Stechmücken. Diese reagieren viel mehr auf unser ausgeatmetes Kohlendioxid und unsere Körpergerüche, beispielsweise fahren sie auf bestimmte Bestandteile im Schweiß oder den unwiderstehlichen Duft alter Socken voll ab. Da jeder Mensch einen individuellen Körpergeruch hat, ziehen die einen mehr Stechmücken an als die anderen. Glücklich, wer zur zweiten Sorte gehört. Erste Abwehrpflicht ist also Hygiene: Stinkefüsse waschen und regelmäßig duschen ;) Aber bitte nicht mit zu stark duftenden Duschgels, das kann wieder anziehend wirken. Man kann es aber auch gar nicht recht machen! In Versuchen hat man herausgefunden, dass Knoblauch- und Kohlgeruch Stechmücken abtörnt, Spaghetti aglio e olio gehören also zum Abwehrarsenal, das uns zur Verfügung steht.

Wo leben Stechmücken?

Sie lieben es warm, windstill und feucht. Ein schwüler Sommerabend ist Party-Time! Da die Weibchen ihre Eier in stehende Gewässer ablegen, in denen dann die Larven aufwachsen, sollte man in seinem Garten möglichst alle Tümpelchen sorgfältig leeren. Das gilt für Restwasser in Topfuntersetzern, das gilt für Gießkannen, Vogelbäder oder Planschbecken. Nun ist es nicht sinnvoll, die Regentonne zu leeren oder den Gartenteich. Für diese Fälle gibt es im Garten- oder Baumarkt Tabletten mit dem Bacillus israelensis, der Stechmückenlarven schadet, dem Wasser, dem Menschen und anderen Tieren aber nicht. Bei Teichen hat man sowieso weniger Probleme, wenn Fische drin sind, die Mückenlarven lecker finden, oder ein Springbrunnen läuft, der das Wasser in Bewegung hält.

Was kann man gegen Angriffe tun?

Wer alles zur Vorbeugung getan hat (s.o.), kann weitere Maßnahmen ergreifen.

  • Insektengitter gibt es schon für günstiges Geld im Baumarkt, damit kann man zum Beispiel die Fenster sichern, die ständig offen stehen.
  • Moskitonetze
  • Helle Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
  • Stechmücken mögen intensive Gerüche nicht. Ätherische Öle wie Zitrone, Bergamotte, Sandelholz, Minze, Zimt, Kampfer, Eukalyptus, Lavendel, Anis oder Gewürznelke können helfen – entweder auf oder Kleidung träufeln (Vorsicht vor Flecken!), Duftlampen aufstellen oder im Verhältnis 1:4 mit neutraler Körperlotion mischen und freie Haut gut damit einreiben. Welcher Duft individuell am besten hilft, das muss man ausprobieren.
  • Duftpelargonien, Tomatenpflanzen und Katzenminze in Töpfen auf dem Fensterbrett oder der Balkongeländer sollen eine Art Mücken-Firewall bilden.
  • Viele Gewürznelken in Zitronenhälften auf dem Tisch sollen auch helfen.
  • Mückenmittel zum Einreiben mit synthetischen Wirkstoffen. Helfen meist recht gut, allerdings muss man sich bewusst sein, dass man sich quasi mit Insektengiften einreibt. Das ist sicher gerechtfertigt, wenn man in Gebiete reist, in denen ansteckende Krankheiten durch Mückenstiche übertragen werden. Nur um im heimischen Garten ein paar Quaddeln zu vermeiden – das kann jeder für sich entscheiden.

Abzuraten ist vor Mückensteckern – die ungiftigen, die auf Ultraschallbasis arbeiten, sind meist leider auch für die Stechmücken irrelevant. Diejenigen, die mit Insektengiften arbeiten, arbeiten unter Umständen auch gegen den Menschen.

Bei Babies und Kleinkindern sollte man mit allen Haus- und Apothekenmitteln extrem vorsichtig sein. Auch natürliche ätherische Öle stellen für kleine Organismen eine erhebliche Belastung dar. Da ist das Moskitonetz und die passende Kleidung die beste Wahl!

Was tun nach dem Stich?

Erhitzen oder kühlen. Wie bitte? Es hilft beides: Wenn man die Stichstelle kurz erhitzt, zum Beispiel durch das Auflegen eines warmen/heißen Umschlags, dann denaturieren die von der Mücke injizierten Proteine, die allergische Reaktion wird abgemildert. Kühlt man die Stelle, dämpft das den Juckreiz. Ebenfalls helfen soll eine frische, aufgeschnittene Zwiebel, die man auf den Stich drückt, zerkauter Spitzwegerichbrei, Aloe Vera, Essig oder ganz simpel: Spucke. Ist die allergische Reaktion stärker als das Hausmittel, lohnt sich der Griff zu einem Mückenstift oder einer Salbe mit Antihistaminika. Und ein Trost zum Schluss: Irgendwann ist diese verflixte Stechmückenzeit auch wieder zu Ende!

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