Müllvermeidung im Alltag

Müllvermeidung im Alltag
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In diesem Sammelsurium an Alternativen, möchte ich einerseits ein paar Denkanstöße geben, wie man weniger Müll produzieren kann und gleichzeitig auch noch Geld einspart. Andererseits geht es aber auch um Kreativität, tolle Dinge, ein paar interessante und heiß begehrte DIYs, die sogar mein Bekanntenkreis aufgenommen hat und die sich mittlerweile zu einem kleinen Dauerrenner entwickelt haben. 

Das ein oder andere mag sich vielleicht zunächst seltsam anhören. Ich mag es aber sehr und denke immer dran, wie schön es wäre, wenn sich jeder auf seine Weise Gedanken darüber machen würde, wie man weniger Müll produzieren kann, wie man Alternativen finden kann für gewisse, sehr umweltbelastende Dinge oder Einwegdinge, die unmittelbar nach Gebrauch weggeworfen werden. Man sollte hier daran denken, dass auch eine noch so kleine Sache Wirkung zeigt, je mehr Menschen sie umsetzen. Fährt jeder der 80.000.000 Deutschen am Tag nur 1 km weniger , so sind es an einem Tag 80.000.000 km, die eingespart sind. 

Dinge die ich nicht mehr kaufe und ihre Alternativen

In meinem Haushalt gibt es folgende Dinge nicht mehr, dafür aber die jeweiligen Alternativen:

Küchenrolle: Ich habe in der Küche immer Küchentücher, Mikrofasertücher oder alte Stoffreste liegen, mit denen ich ein kleines Malheur direkt wegwischen kann. Eines dieser Tücher mehr in der Waschmaschine fällt kaum auf und ist optimal zum Wiederverwenden. 

Binden: Diesen Hygieneartikel nutze ich gar nicht mehr, sondern habe mir einmal Periodenunterwäsche gekauft. Diese ist viel bequemer und sinnvoller, als ich dachte. Sie kann ebenfalls gewaschen und beliebig oft wiederverwendet werden. So spart es eine Menge Plastik, da normalerweise jede Binde noch mal extra verpackt ist. Nachts verwende ich im Übrigen nichts, außer der Periodenunterwäsche. Diese tausche ich dann natürlich morgens und nutze eine Frische für den Tag, dann kombiniert mit Menstruationstasse oder Tampon.

Füllstoff für Kissenbezüge: Ich nutze einfach alte Stoffe, alte T-Shirts oder Stoffreste und befülle damit den Kissenbezug. Es fällt überhaupt nicht auf und ist genauso bequem. 

Fertige Gemüsemischungen aus der Tiefkühlung: Ich mache jedes Gemüse frisch und schaue möglichst, dass ich unverpacktes, krummes oder "too good to go" Gemüse bekomme. Der weitere Vorteil ist, dass ich hierbei die Schalen ebenfalls verwenden und daraus eine Gemüsebrühe machen kann. Außerdem ist diese Art deutlich günstiger. 

Aggressive Putzmittel aus purer Chemie: Ich verwende stattdessen Natron, Essig gegen Kalk und Spülmittel mit Zitrone gegen Schmutz.

Geschenkpapier: Entweder ersetzte ich es durch selbstgebastelte wiederverwendbare Geschenkboxen oder durch Versandverpackungen, die ich dann mit Stickern beklebe, bemale oder beschreibe.

Spezielle Biomüllsäcke: Wir haben einen Komposthaufen und eine aus Zeitung gefaltete Tüte funktioniert genauso gut, um die Abfälle hinauszutransportieren. Je nachdem, was es ist, nehme ich die Abfälle auch mit zum Nachbarn, der Hühner hat, die sich über Paprikastiele, Kartoffelschalen und dergleichen freuen. Wer in einer Wohnung wohnt, der kann problemlos eine Wurmkiste in der Wohnung aufstellen. 

Alufolie, Frischhaltefolie, Butterbrotbeutel: Alternativ nutzen wir unseren Bestand an Frischhaltedosen oder Bienenwachstüchern, manchmal bewahren wir alte Brötchentüten vom Bäcker auf und verwenden diese, bis sie gänzlich kaputt sind. 

Obstbeutel aus Plastik: Wir kaufen entweder loses Obst und Gemüse, bauen selbst an oder haben mehrfach verwendbare Obstsäcke. 

Einkaufstaschen: Wir haben einige Stoffbeutel, einen Einkaufskorb, unsere Rucksäcke und nähen bei Bedarf aus alten T-Shirts oder Pullovern auch eigene Taschen, die wir zum Einkaufen verwenden. Die selbstgemachten Taschen sind auch immer ein sehr schönes und individuelles Geschenk für diverse Anlässe. 

Dünger: Viele "Küchenabfälle" eignen sich perfekt zum Düngen. So beispielsweise Kaffeesatz, gemahlene Eierschale und Asche aus dem Kamin können wunderbar zum Düngen genommen werden. 

Neue Küchengeräte: Muskelkraft ist oftmals genauso gut und spart eine Menge Geld, im Vergleich zu all den tollen und teuren Küchenmaschinen. So nutzen wir zum Beispiel keine Popcornmaschine, sondern machen unser Popcorn in der Pfanne. Auch besitzen wir keine Mikrowelle, sondern machen unser Essen im Topf oder im Backofen warm, meist kombiniert mit etwas anderem dann, was auch in den Backofen muss. Wir haben einen Handmixer, der Rühren und Kneten kann und gleichzeitig auch als Stabmixer verwendet werden kann. Toaster, Sandwichmaker, Thermomix usw. gibt es in unserem Haushalt nicht und wird auch nicht neu gekauft. 

Taschentücher und Taschentücherboxen: Es gibt nichts Angenehmeres, als ein sauberes Stofftaschentuch, was einfach weich ist und dann immer wieder in die Waschmaschine gesteckt und wieder verwendet werden kann. 

Nudeln in Plastikverpackungen: Entweder kaufen wir Nudeln in 5 kg Gebinden, wenn es sich nicht vermeiden lässt oder unverpackt oder ansonsten in Verpackungen aus Pappe, die leicht recycelt werden können.

Food 2 Go, Coffee 2 Go und Lieferdienste: Einwegverpackungen vermeiden wir gänzlich und nehmen uns unsere Speisen und Getränke mit oder machen sie daheim selbst. Das geht mit fast allem. Salat und Dressing kann man in einer Frischhaltedose voneinander getrennt transportieren und kann dann auf der Arbeit zusammenfügen. Brote kann man natürlich mitnehmen. Ganze Gerichte lassen sich im Henkelmännchen perfekt mitnehmen. Die Verpackung kann dann gespült, ausgewaschen und wieder verwendet werden, gänzlich ohne Müll. 

Plastikflaschen: Seit langem gibt es Alternativen aus Glas, die deutlich besser wiederverwendet werden können. Natürlich kosten diese Flaschen ein klein wenig mehr, aber halten gefühlt auch etwas länger. 

Spezielle Werkzeuge: Wenn unsere kaputtgehen, kaufen wir diese nicht mehr selbst nach, sondern leihen sie nur noch aus.

Grußkarten/Geburtstagskarten/Weihnachtskarten/Geschenkanhänger: Grundsätzlich kaufen wir 50 blanko Karten mit Umschlag und bemalen, bekleben oder basteln unsere Karten selbst. Auch hier sparen wir eine Menge Plastik, wenn man bedenkt, dass jede einzelne Karte normalerweise in Plastik eingepackt ist. 

Dies sind nur ein paar Beispiele für Dinge, bei denen wir nach Alternativen geschaut haben, die Ressourcen sparen, Müll vermeiden und wiederverwendbar sind. 

Warum tun wir das eigentlich?

Es hat verschiedene Hintergründe, die uns alle gleichermaßen wichtig sind. 

1. Es spart eine Menge Geld, wenn man es auf das Jahr hochrechnet und da wir gerne minimalistisch leben und auch immer Ersparnisse haben wollen, ob für einen Urlaub oder eine Sondertilgung der Immobilie, sind diese Dinge Potenzial, was man ansonsten "verschenkt". Grob überschlagen sind es für uns sicherlich 500-1.000 Euro im Jahr. Leider komme ich aus einer Familie, bei der meine Mutter genau das Gegenteil ist. Sie kauft gerne und aus Frust eine Menge billigen Plastikkram aus China und geht total grob mit ihren Sachen um. Andererseits jammert sie aber immer, dass sie nie Geld hat und bittet mich, ihr auszuhelfen. Als ich mit 16 meinen eigenen Haushalt führen musste, wollte ich das tunlichst vermeiden und mir stattdessen einen Puffer ansparen. Nicht nur, aber auch über diesen Weg hat das geklappt. 

2. Wir mögen ungern so viel Müll. Wir leisten lieber einen kleinen Beitrag gegen die Erderwärmung, das Plastik in den Weltmeeren und all diese Dinge. Da nunmehr alles in Plastik eingepackt ist, oft sogar mehrfach, ist es in Summe sicherlich 3-5 gelbe Säcke, die wir pro Jahr weniger zusammen sammeln, als wenn wir all diese Dinge weiterhin kaufen würden. 80.000.000 Menschen und jeder produziert nur einen gelben Sack weniger Plastikmüll pro Jahr, spart 80.000.000 Säcke Plastikmüll pro Jahr und bringt vielleicht auch den Handel dazu, ein wenig umzudenken oder im besten Falle sogar die Industrie direkt. Wir mögen einfach gerne positiv denken und nicht nach dem Motto: Was können wir denn schon ausrichten?

3.   Wir mögen es, wenn Dinge eine zweite Chance bekommen und bestmöglich weiterverwendet werden können. Das fördert auch ungemein unsere Kreativität, weil es viel mit DIY und lösungsorientiertem Denken zu tun hat und zudem öfter auch ein paar lange Winterabende als Vertreiber der Langeweile dient. Wir sind gegen unsere Wegwerfgesellschaft und den ständigen Druck, alles haben und neu kaufen zu müssen, weil es uns die Werbung suggeriert. Wir hatten beispielsweise auch noch einen alten Tisch Kvistbro von IKEA, den wir eigentlich nicht mehr verwenden konnten. Kurzerhand haben wir dann entschieden, daraus einen Katzenkorb zu gestalten, der wunderbar auf den Balkon passt, da er prinzipiell aus Metall ist und somit relativ unempfindlich, was das Wetter angeht. 

In diesem Sinne hoffe ich, dass ein paar Tipps und Anregungen dabei sind und freue mich über weitere Tipps in den Kommentaren. 

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