Vor allem unangenehmes Sodbrennen gehört zu den häufigsten Gründen für die Einnahme von PPI. Diese lösen das Problem aber nur kurzfristig und führen beim Absetzen eher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden.

Protonenpumpenhemmer in der Kritik: Alternativen zu Magensäureblockern

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Was sich erst einmal anhört wie ein Bauteil aus dem Warp-Antrieb des Raumschiffs Enterprise, ist eines der meistverordneten Medikamente der Welt: Protonenpumpenhemmer. Seit der Markteinführung der Magensäureblocker im Jahr 1988 ist die Zahl der von Ärzten verschriebenen Tagesdosen in Deutschland auf unglaubliche 3683 Millionen im Jahr 2015 gestiegen (laut Arzneiverordnungs-Report 2016). Doch seit einiger Zeit wird vermehrt Kritik an dem vermeintlichen Wundermittel laut, das nach einer Studie der BARMER-Krankenkasse rund jedem sechsten Deutschen regelmäßig verschrieben wird. Doch bevor wir uns dem für und wider widmen, werfen wir erst einmal einen Blick auf die Funktion von Magen und Magensäure.

Magensäure: Aggressiv aber wichtig

Die Protonenpumpe (eigentlich Protonen-Kalium-Pumpe) ist, anders als der Name vermuten lässt, kein Organ, sondern bezeichnet ein Enzym mit dem sperrigen Namen H+/K+-ATPase. Dieses Enzym befindet sich in den sogenannten Belegzellen des Magens und ist für den Transport von Protonen aus der Zelle hinaus und den Transport von Kalium in die Zelle hinein verantwortlich. Bei diesem Prozess wird (stark vereinfacht) Magensaft, besser bekannt als Magensäure, gebildet. Und das im großen Stil: Täglich werden im Magen etwa zwei bis drei Liter Magensäure produziert. Die darin enthaltene Salzsäure bedingt ein saures Magenmilieu mit einem pH-Wert von ca. 1 bis 1,5. Wäre der Magen nicht von innen mit der schützenden Magenschleimhaut ausgekleidet, würde er sich durch die aggressive Magensäure zersetzen und quasi selbst verdauen.

Bei der Bildung von Magensäure unterscheidet man drei Phasen. Zuerst kommt die „Kopfphase“ (Cephale Phase): Bereits der Anblick von Essen kann die Produktion von Magensäure in Gang setzen, ebenso ein Geräusch wie Besteckklappern oder der Duft eines Bratens. Diese Sinnesreize werden vom vegetativen Nervensystem, dem Parasympathikus, an den Magen weitergeleitet, der dann weiß: Achtung, gleich gibt‘s was zu verdauen! Es folgt die „Magenphase“ (Gastrische Phase), während der die größte Menge an Magensäure produziert wird, sobald der Magen sich mit Nahrung füllt und die Magenwand gedehnt wird. Wenn der Nahrungsbrei den Zwölffingerdarm erreicht, beginnt die „Darmphase“ (Intestinale Phase), während der Hormone dafür sorgen, dass die Produktion der Magensäure wieder heruntergefahren wird.

Ist dieses komplexe System im Gleichgewicht, macht die Magensäure genau das, was sie soll: Sie hilft die Nahrung aufzuspalten und zu verdauen. Darüber hinaus tötet sie unerwünschte Keime ab und besitzt eine bakterizide Wirkung. Produzieren die Belegzellen des Magens jedoch zu viel Magensäure, spricht man von einer Magenübersäuerung (Hyperazidität). Die häufigsten Ursachen hierfür sind eine ungesunde Ernährung, Koffein, Nikotin, Stress sowie die häufige Einnahme magenreizender Medikamente. Dauert diese Übersäuerung länger an, kann das zur Magenschleimhautentzündung (Gastritis), oder einem Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür führen. Gelangt ein Teil der Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) ist Sodbrennen und langfristig eine Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut die Folge. Genau diese Beschwerden sollen Protonenpumpenhemmer lindern oder besser noch vermeiden. Aber speziell bei Sodbrennen geht diese Rechnung nicht auf.

Die Wirkungsweise von Protonenpumpenhemmern

Wie der Name bereits verrät, hemmen Protonenpumpenhemmer (kurz PPI für Protonenpumpeninhibitor) die Protonenpumpe. Das Medikament wird im Darm resorbiert und gelangt dann mit dem Blutstrom in den Magen und die Belegzellen, die daraufhin die Produktion von Magensäure einstellen oder deutlich verringern. Die in PPI enthaltenen Wirkstoffe heißen Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol, oder Rabeprazol. Wer ein Magenmedikament einnimmt, und nicht genau weiß, ob es sich um PPI handelt (z.B. Antra MUPS, Nexium, Lanzor oder Rifun), sollte auf dem Beipackzettel unter den Inhaltsstoffen nach dem Suffix „-prazol“ suchen. Und wenn man den Zettel schon in der Hand hat, lohnt auch ein Blick auf die Nebenwirkungen, von denen es reichlich gibt. Für ein Magenmedikament am erstaunlichsten ist die Auflistung der (möglichen) Nebenwirkungen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Verstopfung sowie Bauchschmerzen und Unwohlsein. Das Sodbrennen ist zwar weg, aber ansonsten…?

Einmal PPI, immer PPI?

Die regelmäßige Einnahme von PPI birgt die Gefahr einer Abhängigkeit von dem Medikament. Damit ist keine psychische Suchterkrankung gemeint, sondern die körperlichen Auswirkungen des sogenannten Rebound-Effekts. Werden die Belegzellen längere Zeit durch PPI an der Produktion von Magensäure gehindert, reagieren sie auf das Absetzen des Medikaments mit einer deutlich erhöhten Aktivität. Die Folge: Es wird mehr Magensäure ausgeschüttet als vor der Einnahme und die Beschwerden wie Sodbrennen sind sofort wieder da. Dagegen helfen natürlich PPI und der Kreis schließt sich.

PPI nur bei eindeutiger Diagnose

Ärzte, die bei häufigem Sodbrennen schnell mit einem PPI-Rezept wedeln, sollten ihre Verschreibungs-Taktik überdenken. Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber der Fachzeitschrift „arznei-telegramm“ sagt dazu: „Bei einer eindeutigen Diagnose wie einem Ulkus (Magengeschwür) ist der Nutzen klar belegt. Aber wenn es keinen klaren Grund gibt, die Mittel zu verschreiben, kommen die Risiken zum Tragen.“ Und dass die Mittel schnell und oft ohne triftigen Grund verschrieben werden, belegt eine Untersuchung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft an 500 Patienten: In 58 Prozent der Fälle ließ sich kein sinnvoller Grund für eine Weiterverordnung erkennen.

Alternativen zu PPI

Vor allem unangenehmes Sodbrennen gehört zu den häufigsten Gründen für die Einnahme von PPI. Diese lösen das Problem aber nur kurzfristig und führen beim Absetzen eher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden. Alternative Methoden und Mittel gegen Sodbrennen sind:

  • möglichst alles vermeiden, was vor der Einnahme von PPI zu Sodbrennen geführt hat
  • Heilerde oder Bentonit (Mineralerde)
  • eingeweichte Flohsamen oder Leinsamen
  • der Saft einer geriebenen und ausgedrückten Kartoffel
  • einige zu Brei gekaute und in kleinen Portionen geschluckte Mandeln
  • das Kauen von ungesüßtem Kaugummi (der dabei produzierte Speichel schützt die Speiseröhre)
  • viele kleine Mahlzeiten statt weniger großer
  • wenig Kaffee, Schwarztee, Alkohol oder kohlensäurehaltige Getränke, mehr stilles Wasser und Kräutertees (z.B. Kamille oder Ingwer)

Wer schulmedizinisch etwas gegen Sodbrennen machen möchte, sollte auf sogenannte Antazida zur Neutralisierung der Magensäure zurückgreifen, beispielsweise Rennie oder Maaloxan.

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47 Kommentare


1
#1
27.3.17, 19:45
Dass Ärzte ohne weitergehende Diagnose (Untersuchung durch einen Gastro-Enterologen) PPI verschreiben, wusste ich nicht. Ich nehme seit Jahren täglich Omeprazol, seit ich massive Probleme mit Reflux hatte. Das ist aber durch eine Magenspiegelung abgeklärt worden. (Übrigens: Ich kann nur dringend davon abraten, so etwas ohne zumindest leichte Narkose machen zu lassen, das ist nicht spaßig.) In meinem Fall sind die PPI sicher sinnvoll. Es gibt zwar auch eine OP dafür, die Chancen sind aber eher so 50:50, dass es etwas bringt. Zumindest habe ich das so gelesen. Wie lange das wirkt, ist dann auch eine andere Frage.

Das mit dem Sechstel der Deutschen finde ich aber heftig, das hätte ich nicht erwartet.

Ansonsten vielen Dank für den Tipp!
8
#2
28.3.17, 09:54
Ich möchte euch von meinen Erfahrungen mit Protonenpumpenhemmern berichten:
Ich habe mich im letzten Herbst erfolgreich von meinem PPI entwöhnt, nachdem ich starke Schmerzen in den Waden bekommen hatte und ein sehr aufschlussreiches und auch erschreckendes Gespräch mit meiner Apothekerin hatte.

Eine Nebenwirkung der Protonenhemmer ist nämlich auch, dass die Aufnahme von Vit.B12 verhindert wird. Vit. B12 ist aber sehr wichtig für die Funktion und den Aufbau unserer Muskeln. Und was ist der Magenpförtner, der dafür sorgt, dass unter anderem die Magensäure im Magen bleibt: ein Muskel!
Also sorgt man mit der Einnahme eines PPI dafür, dass der Magenpförtner immer schlapper wird und sich nicht regenerieren kann.
Ich habe das jetzt mit meinen eigenen Worten wiedergegeben, wer interessiert ist, kann ja mal Protonenpumpenhemmer-Vit.B12 googeln.

Erschrocken haben mich besonders die Worte meiner Apothekerin: Du weisst schon, dass du mit der Einnahme dieses Medikamentes immer einen Teil diener Protonenpumpen im Magen abtötest? Die Protonenpumpen brauchen etwa 24 Stunden, um sich neu zu bilden. Da hat man aber die nächste Tablette schon wieder eingeworfen.

Mit diesem Wissen war mein Wille zum Entwöhnen gestärkt.
-Ich habe, wie schon von Kriss beschrieben, ungeschälte Mandeln gekaut.
-Außerdem habe ich mir Bullrich-Salz-Tabletten gekauft und etwa 1 Std. nach dem Essen jeweils 2 Tabletten genommen.
-Ich habe mir hochdosiertes Vit. B12 von meinem Hausarzt spritzen lassen, um den Mangel im Körper wieder auszugleichen.
-Ich passe mit dem Essen und Trinken auf.

Trotzdem waren die ersten beiden Wochen die Hölle! Ich hatte sehr viel Sodbrennen.
Dafür gingen die Schmerzen in den Beinen zurück.

Aber ich habe durchgehalten und bin jetzt nicht mehr auf einen PPI angewiesen.
Wenn ich jetzt mal Sodbrennen habe, kaue ich ein paar Mandeln oder nehme, wenn es schlimmer ist, Bullrichsalz oder trinke etwas Wasser mit Speisenatron.

Vielleicht macht meine Geschichte dem Einen oder Anderen Mut zu versuchen, von diesem Medikament wegzukommen.

Bestimmt gibt es aber auch Menschen, bei denen es unumgänglich ist, Protonenpumpenhemmer einzunehmen.
Das kann und will ich nicht beurteilen.
#3
29.3.17, 22:55
@Mutter_Abigail: 
PPI verhindern nicht die Aufnahme von Vit. B12, die erschweren sie lediglich.
Um an schweren Mangelerscheinungen zu leiden dürfte man über einen langen Zeitraum überhaupt kein B12 aufnehmen.

Für kaum ein Vitamin legt unser Körper einen so reichhaltigen Speicher an, wie für Vitamin B12. Geschätzte 2000- 4000µg Vitamin speichert der Körper – vor allem in unserer Leber. Bei einem Minimal-Bedarf von etwa 1 µg pro Tag könnten wir damit die Funktionsfähigkeit des Körpers theoretisch um die 10 Jahre lang aufrecht erhalten.

Die Protonenpumpen werden im übrigen nicht abgetötet, sonden lediglich blockiert.

Der  Magenpförtner sorgt im Übrigen NICHT dafür, dass Magensäure nicht in die Speiseröhre kommt. Das kann er gar nicht, da er der Schließmuskel zwischen Magenausgang und Dünndarm ist.
Vielleicht doch besser auf den Arzt hören!
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#4
31.3.17, 22:25
Antazida als schulmedizinische Alternative gegen Sodbrennen anzupreisen, heißt den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Viele Antazida enthalten neben Magnesium- auch Aluminiumverbindungen, die ganz bestimmt nicht gesünder sind als die Protonenpumpenhemmer.

Es spricht vieles grundsätzlich dagegen,  Medikamente ohne ärztliche Kontrolle langfristig einzuwerfen, das gilt für magensäureregulierende Medikamente genauso wie für Kopfschmerzmedikamente. Und, wenn der Arzt auf meine Schilderung der Beschwerden hin nur mit Rezepten winkt, dann muss ich als Mensch mit Hirn eben darauf bestehen, dass eine Untersuchung durchgeführt wird, um die Ursachen für meine Beschwerden abzuklären. Wenn es mir reicht, regelmäßig Rezepte zu bekommen, damit ich brav meine Tabletten schlucken kann, muss ich mich doch nicht wundern, wenn irgendwann Nebenwirkungen auftreten. Für meinen Körper bin ich ganz allein verantwortlich, da muss ich mich dann eben mal kümmern und nicht die Entscheidungen gänzlich anderen überlassen!
1
#5
1.4.17, 11:50
@banshee76:
"Der  Magenpförtner sorgt im Übrigen NICHT dafür, dass Magensäure nicht
in die Speiseröhre kommt. Das kann er gar nicht, da er der Schließmuskel
zwischen Magenausgang und Dünndarm ist."
Da hast du recht und ich lag falsch, danke!  Das ist der Speiseröhren-Schließmuskel. Aber auch ein Muskel.

"Bei einem Minimal-Bedarf von etwa 1 µg pro Tag könnten wir damit die
Funktionsfähigkeit des Körpers theoretisch um die 10 Jahre lang aufrecht
erhalten."
Da hast du theoretisch auch recht.
Aber wie viele Menschen nehmen PPI über Jahre hinweg ein? Man bekommt sie doch ohne Probleme immer wieder verschrieben. Bei mir haben 2 Jahre gereicht, um Beschwerden zu bekommen.

"Die Protonenpumpen werden im übrigen nicht abgetötet, sonden lediglich blockiert."
Das wurde mir halt anders erzählt. Die Apothekerin hatte gerade an einem Seminar teilgenommen, in dem es um PPI ging.

Von Antazida halte ich auch nichts.
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#6
2.4.17, 10:33
@Mutter_Abigail: Da hat Deine Apothekerin wohl in ihrem Seminar nicht richtig aufgepasst, obwohl einer Apothekerin eigentlich auch ohne Seminar klar sein müsste, dass sich nicht abtöten lässt, was nicht lebt.
Zellen sind die kleinsten, selbstständig lebensfähigen Einheiten, d.h., alles was an Untereinheiten in Zellen vorkommt (Membranen, Zellkern und andere Zellorganelle) ist nicht eigenständig lebensfähig, lebt also nicht im Sinne der biologischen Definition von "Leben". Demzufolge sind Stoffwechselvorgänge, wie auch die Membranen, an denen sie stattfinden, nicht lebendig, damit auch nicht abzutöten. Sie sind zu hemmen, was aber nicht das Abtöten der Zellen nach sich ziehen muss. 

Im Übrigen: Protonenpumpenhemmer sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich!
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#7
2.4.17, 12:58
Antazida haben für mich entscheidende Vorteile gegenüber PPI. Sie wirken sofort und man nimmt sie ausschließlich im Bedarfsfall. Wenn ich einmal wirklich starkes Sodbrennen habe (z. B. weil doch zufällig mal Chili im Essen war bei Freunden) das nicht spontan wieder abklingt, dann nehme ich es über 2-3 Tage und dann ist alles wieder im Lot.
PPI muss man ja dauerhaft über längere Zeit nehmen. Meine Ärztin wollte mir das auch verschreiben vor 1-2 Jahren und ich habe nach Studium der Packungsbeilage und verschiedener Artikel im net davon Abstand genommen aus den o. g. Gründen. 
Man darf ja auch nicht meinen, dass ein Arzt einem nur wegen plötzlichem Sodbrennen eine Magenspiegelung verordnet. Und die wenigsten Patienten werden sich darum reißen, eine machen zu lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss. 
Ideal ist, wenn man seine Ernährung so umstellen kann, dass man erst gar kein Sodbrennen bekommt. Wie es oben erwähnt steht. Das hieße aber für mich, sowohl auf meinen geliebten Kaffee als auch auf meine noch mehr geliebten Tomaten verzichten. Auch stilles Wasser kann mich mit jagen - und es ist mir sicher nicht damit gedient, wenn ich auch noch kaum was trinke, weil meine Hauptgetränke wegfallen: Kaffee und Mineralwasser. 
Womit ich gute Erfahrungen gemacht habe, ist z. B. Milch mit Instant-Haferflocken abends trinken oder eine Handvoll (nicht gesalzene) Erdnüsse essen (Mandeln sind auch nicht mein Ding). Bullrichsalz habe ich auch hier stehen, aber das finde ich echt eine Zumutung, obwohl ich es schon in Tablettenform habe. Ist übrigens auch nicht so harmlos, wie man oft meint. Da lohnt auch ein Blick ins net.
Dinge die ich überhaupt nicht mehr ohne Sodbrennen zu mir nehmen kann sind z. B. Sekt (außer Krimsekt) und jeder Wein außer Eiswein und Kleinstmengen Chili oder überhaupt scharf gewürztes Essen. Ingwer hingegen geht problemlos und komischer Weise ist auch Essig gar kein Problem. Die Kombination Fett und Zucker geht nur in geringen Mengen (Buttercreme, Sahnetorten etc.), was aber nicht weiter tragisch für mich ist. Angedünstete Paprika (nicht mehr roh aber noch nicht durch) führen zu einem wahren Säuretänzchen in meinen Eingeweiden und befördern sogar spontan alles wieder hinaus.
Dass ich auf Kohlensäure reagiere, konnte ich bisher gar nicht feststellen. 
#8
2.4.17, 14:35
@CracklinRosie: Wo steht, dass man PPH dauerhaft nehmen muss, um Wirkung zu erzielen?
Ich nehme Omeprazol nach Bedarf, wenn meine Medikamente, die ich regelmäßig einnehmen muss, in Kombination mit Nahrungsbestandteilen oder auch Stress zu Sodbrennen führen.  Damit habe ich beste Erfahrung gemacht. So habe ich, je nachdem, was ich esse, alle 3-4 Wochen mal Sodbrennen-Attacken, die ich mit einer, höchstens zwei Omeprazol-Kapseln bekämpfe und dann wieder lange Ruhe habe.
Im Übrigen: Süßigkeiten, sogar Bananen, können übles Sodbrennen hervorrufen, insofern ist der süße Eiswein eher kontraproduktiv.
Das Problem mit der schlechten Verträglichkeit von grünen Paprikaschoten kenne ich auch, sie sorgen allerdings nicht für Sodbrennen oder Magenübersäuerung, sondern sprechen tagelang noch mit mir. Mit gelben, roten und orangen Paprika hingegen habe ich keinerlei Probleme, gleichgültig in welchem Zustand.
Es gibt Menschen, die Früchte von Nachschattengewächsen (Paprika, Auberginen und Tomaten) schlechter vertragen können als andere Menschen. Das Gleiche gilt für Zitrusfrüchte.
Hat man erst einmal solch eine Nahrungsempfindlichkeit bei sich festgestellt, kann man durch gezielten Verzicht oder Reduzierung der entsprechenden Nahrungsbestandteile  missliebige Reaktionen des Körpers gut beherrschen. Ich z.B. habe schon vor dreißig Jahren meinen Kaffeekonsum völlig eingestellt (außer in Italien mal einen Espresso) und trinke Tee, bevorzugt grünen. Ehrlich - mir fehlt der Kaffee gar nicht!
#9
2.4.17, 18:44
Naja... dauerhaft ist sicher ein dehnbarer Begriff. Meine Ärztin (Internistin) hat mir seinerzeit gesagt, dass die Einnahme über einige Wochen erfolgen sollte und eben nicht nur bei Bedarf. Bei entsprechenden Vorerkrankungen wie einem Magengeschwür ist auch Einsatz über mehrere Wochen erforderlich, da die Magenwände geschont werden sollen. Für den Einsatz bei gelegentlichem Sodbrennen alle paar Wochen ist es eigentlich nicht unbedingt angezeigt.

Der Einfachheit halber zitiere ich hier mal die DAZ zum Thema PPI:
"Eine Einnahme „bei Bedarf“ – wie bei Antazida – ist ineffektiv. Und da es im Gegensatz zu Antazida außerdem eine Weile bis zum Wirkeintritt dauert, auch nicht sinnvoll.
Nach etwa sieben Tagen ist dann ein steady state erreicht. Binnen dieser Zeit erlangt die Mehrheit der Patienten eine vollständige Befreiung von Sodbrennen. In der Selbstmedikation sollte, wenn die Beschwerden komplett abgeklungen sind, die Behandlung eingestellt werden."

Vermutlich macht da aber auch jeder eigene Erfahrungen. 
Wie man ja auch beim Paprika sieht. Ich meinte keinen grünen, sondern durchweg roten oder gelben Paprika. Roh und richtig durch kann ich ihn essen, halbgar hingegen verursacht er mir so starkes Sodbrennen, dass mein Körper den nur noch loswerden will. 
Mir fehlt Kaffee extrem, wenn ich drauf verzichten muss. Tee kann ich schon lange nicht mehr trinken, da ich davon regelrechte Magenkrämpfe bekomme nach wenigen Schlucken. Grüner geht noch, aber schwarzer ist nicht mehr drin. Hier macht mir der Verzicht gar nichts aus. 
Filterkaffee vertrage ich schlecht - geht mal zwischendurch so alle paar Wochen, aber nicht regelmäßig. Seit wir einen Vollautomaten haben vertrage ich Kaffee meist wieder problemlos in Maßen (so 3-5 Tassen täglich). Ist ja ähnlich vom Brühverfahren wie Espresso. 
Auch wenn Eiswein deiner Meinung nach kontraproduktiv ist, vertrage ich ihn wirklich gut. Im Gegensatz zu allen anderen Weinen oder Sekt. Entweder gibt es Silvester Krimsekt oder ich verzichte, da mich sonst die halbe Nacht Sodbrennen quält. Und Krimsekt ist auch "süßer". 
1
#10
3.4.17, 18:51
Ich (77 Jahre) muss seit 15 Jahren täglich 20 mg Panto- oder Rabeprazol nehmen, da mein Mageneingang bereits sehr vernarbt und daher nicht mehr dicht ist, auch die Schleimhaut der Speiseröhre war bereits entzündet. Vorher hatte ich Reflux im Schlaf (obwohl ich schon jahrzehntelang erhöht schlafe), der dann in die Bronchien gelangte, was ein 1-stündiges Abhusten des eingeatmeten Refluxes nach sich zog. Diese Beschwerden werden mit der Einnahme der genannten Medikamente, die die Magensäure-Produktion vermindern, verhindert und sie bescheren mir auch keine Nebenwirkungen, außer, dass der Stuhl sehr weich ist, was in Hinsicht auf meine Hämorrhoiden auch positiv ist. Diese Medikamente werde ich wohl bis zu meinem Ableben einnehmen müssen.

An #7 CracklinRosie:
"Das hieße aber für mich, sowohl auf meinen geliebten Kaffee als auch auf meine noch mehr geliebten Tomaten verzichten."
Wenn meine Frau Sodbrennen hat und sie isst eine Tomate, so ist das Sodbrennen sofort weg.Tomaten sind sehr basisch und binden die Magensäure.
#11
4.4.17, 10:18
@OHeinz: 
Das finde ich jetzt ausgesprochen interessant. Ich hatte mich schon gewundert, warum ich Tomaten - roh gegessen - so unproblematisch vertrage. Wobei ich bei den säuerlichen Tomaten immer davon ausgegangen bin, dass sie eben "sauer" wirken und nicht basisch.

Man lernt eben immer noch dazu!  👍
Mit Tomatensoße hingegen habe ich öfter ungute Erfahrungen - egal ob über Nudeln oder auf der Pizza. Auch Tomatensuppe (selbst gemachte) reizt meinen Magen. Vermutlich ein ähnlicher Effekt wie bei Paprika. 
#12
10.4.17, 08:55
Ja, ich hatte schon über Jahre hinweg manchmal Sodbrennen - besonders nach scharfem Essen. 2 Rennie, und es war wieder weg. Deswegen zum Arzt? Ich sah da keinen Grund. Vor etwa 4 Wochen hat mich dann ein heftiger Magen-Darm Virus erwischt, Durchfall und Erbrechen im 5-Minuten-Takt. Ich konnte auf der Toilette eigentlich sitzenbleiben, mit dem Eimer auf dem Schoß. Bis ich dann auf einmal nur noch geronnenes Blut erbrach und das über Stunden. Ich füllte es ab in ein leeres Marmeladenglas und ging am nächsten Tag zum Doc. Sofort bekam ich die Überweisung zum Gastroenterologen, mein Doc selbst vereinbarte den Termin, sonst hätte ich fast 3 Monate auf die notwendige Magenspiegelung warten müssen. Diagnose: Reflux und eine akute, aber auch schon stark vernarbte Speiseröhrenentzündung. Natürlich bekam ich ein Rezept über Pantoprazol 20 mg, welche ich von nun an für immer nehmen sollte. Ich stell mir morgens den Wecker eine Stunde früher, nehme die Tablette und schlaf noch ein bisschen, sonst komme ich mit meinem Zeitmanagement vor der Arbeit nicht klar. Man darf nach der Einnahme ja 1 Stunde nichts essen, dann erst die weiteren Medikamente, welche nüchtern genommen werden müssen (Metoprolol, Irbesartan und Thyroxin) und nach einer weiteren halben Stunde dann erst frühstücken. Ist schon nervig, aber bisher hat es geklappt. Seitdem kein Sodbrennen mehr, aaber: ständig Durchfall, Wadenkrämpfe und unreine Haut. Ob das alles im Zusammenhang mit den Pantoprazol steht, weiß ich nicht. Ich esse allerdings weiter wie bisher, schränke mich da ehrlicherweise nicht besonders ein und auch auf meine 2 Tassen Kaffee mag/kann ich nicht verzichten. Als erfreulichen Nebeneffekt sehe ich es aber, dass ich nur noch max. 3-4 Zigaretten pro Tag rauche, vorher waren es ca. 10 - 12. Nicht weil ich muss, ich hab einfach nur noch nach Mahlzeiten Lust darauf. Ich werde also die Panto weiter nehmen bis zum nächsten Gastro-Termin am 10.6. Mal schauen, ob und was sich dann verändert hat. Beipackzettel lese ich übrigens selten und wenn - dann nur den Teil mit den Wechselwirkungen, ich habe keine Lust, auch noch eine Art von Hypochondrie zu entwickeln ;)
#13
10.4.17, 09:02
Wie würde die geehrte FM-Gemeinde über einen Stoff urteilen, der folgende Nebenwirkungen nach sich ziehen kann:
- Verdauungsbeschwerden (meist Verstopfung, aber auch Durchfall)
- Migräne
- Gewichtszunahme
- Entkalkung der Knochen
- Gefäßverengung
- Herzinfarkt

Wer wäre dafür, dass dieser Stoff mindestens unter Rezeptpflicht gestellt, wenn nicht sogar aus dem Handel gezogen wird?

Auflösung, um welchen Stoff es sich handelt, folgt etwas später!
#14
10.4.17, 09:06
@MonikaS: 

Mit deinen Beschwerden gehörst du dann wohl zu dem Kreis der Patienten, bei dem eine Verordnung von Pantoprozol absolut sinnvoll ist. Es scheint ja auch zu helfen. Und du hast bis zum nächsten Morgen mit dem Arztbesuch gewartet, als du Blut erbrochen hast? Ich wäre wahrscheinlich direkt zur Notaufnahme ins Krankenhaus gefahren... Wie dem auch sei: Ich wünsche dir alles Gute für deinen nächsten Arzttermin im Juni!
#15
10.4.17, 09:22
@whirlwind: cola oder schoki? ;-)
1
#16
10.4.17, 09:30
@Kriss: Es war ein Sonntag, ich lebe alleine, bin nicht motorisiert und last but not least musste ich ja auch warten, bis das Erbrechen wieder abgeklungen war. Ich bin aber auch kein besonders ängstlicher Typ, mein Doc bezeichnet mich gerne mal als ignorant ;) Danke für die guten Wünsche :)
1
#17
10.4.17, 10:36
@beryll217: Richtig :Schokolade!
Will mit meinem Kommentar sagen: es ist alles eine Frage der Menge, aber auch der persönlichen Einstellung. Wenn ich Symptome, die im Beipackzettel stehen, unbedingt bei mir finden will, dann wird das über früher oder länger auch gelingen.Einbildung ist eben auch ´ne Bildung, manchem seine einzige!
1
#18
10.4.17, 11:03
@MonikaS: dafür gibt es den ärztlichen Notdienst bzw die 112 ... ich hätte da nicht weiter gewartet, sondern gehandelt.
#19
10.4.17, 11:18
@MonikaS: 

Ich schließe mich Binefants Kommentar #18 an. Lieber einmal zu oft den Notarzt rufen als einmal zu wenig...
#20
10.4.17, 12:04
@whirlwind
sehr schöne Idee mit der Schokolade!
Wie sagte Kretschmann so schön (aus der Erinnerung - nicht wörtlich zitiert): Wenn ich einen ganzen Sack Kartoffeln esse, dann wirkt das auch schlecht auf meinen Körper. Es ist alles eine Frage der Menge!
Nur dass bei Medikamenten die Menge denkbar gering anzusetzen ist. Da dreht es sich meist um mg oder sogar µg. Wo manchmal die doppelte Dosis fatal und die dreifache schon tödlich sein kann. Von 2 Stück Schokolade am Tag wird kaum jemand die von dir genannten Symptome entwickeln - es sei denn, er hat eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Es soll übrigens auch Leute geben, die nicht nur über Einbildung verfügen und einen Beipackzettel lesen können, ohne die meisten Symptome auch gleich zu entwickeln. Es soll tatsächlich Leute geben die weder Nocebo- noch Placebo-Effekten ausgeliefert sind. 
Ich finde es fatal, dass Leute einfach irgendwelche Medikamente in sich rein stopfen, ohne sich vorher über deren Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Das ist der Grund, weshalb es Beipackzettel gibt. Dient z. B. auch dazu, wenn man plötzlich dauerhaftes Magengrummeln hat, nicht gleich an was schlimmeres zu denken sondern es den Nebenwirkungen zuzuordnen, die man abhaken kann während der Medikamenteneinnahme. 
Fehlt noch, dass man den Leuten Nocebo-Effekte unterstellt, die tatsächlich Nebenwirkungen aufweisen. Nach dem Motto "Sicher bildest du dir das nur ein, weil du den Beipackzettel gelesen hast!" Wenn alles eine Frage der Einstellung ist, bist du sicher nie krank. Wenn man sich krank denken kann, dann kann man sich sicher auch gesund denken  😎
Und nicht wenige Ärzte habe die Wechselwirkungen verschiedener Medis tatsächlich gar nicht auf dem Schirm, sondern nur die geläufigsten. Vor allem, wenn der Patient von einem Facharzt noch Medikamente verordnet bekam, die er überhaupt nicht in Betracht zieht. 
#21
10.4.17, 13:05
Ich bin bald 70 Jahre alt und habe seit rund 10 Jahren Arthrose. Diese habe ich gut im Griff mit einer täglichen Medikation, die aus Ibuprofen und Paracetamol besteht. Zusätzlich gehört der Protonenpumpenhemmer dazu, wegen dem Ibuprofen. Ich habe auch schön abgenommen und Normalgewicht.
Die Bedenken über den Protonenpumpenhemmer habe ich auch gelesen und so beschloss ich mal zu schauen, was passiert, wenn ich auf diesen verzichte. Ich bekam Magenschmerzen aller Art, egal was ich ass und/oder wie viel. Zudem Durchfall!  Ich habe ziemlich lange nicht kapiert, dass dies mit dem Verzicht auf diese Tablette zusammenhängt. Seit ich diese wieder einnehme, habe ich keine solchen Beschwerden mehr.
Auszuweichen auf andere Medikamente ist keine Lösung. Am besten macht man das, was der Arzt verordnet und was sich bewährt!
#22
10.4.17, 14:39
Da ist ja auch eine ganz andere Ausgangssituation und PPI sicher angebracht, bei den übrigen Medikamenten, die sonst den Magen angreifen. Es gibt genügend Fälle, in denen das Zeug ein Segen ist. 
Aber es ist eben nicht dafür gedacht, es immer mal zwischendurch zu nehmen, wenn man mal ausnahmsweise Sodbrennen hat. Dafür sind andere Mittel eher angeraten.
Übrigens sind die Begleiterscheinungen, wenn man das Zeug mal eben absetzt nach langem Gebrauch, ja durchaus bekannt. Weil die Protonenpumpen dann erst richtig loslegen, wenn sie so plötzlich wieder funktionieren können wie sie wollen und normalerweise ja auch durchaus sollen. 
1
#23
10.4.17, 16:03
Nicht jeder Arzt ist über alle Krankheiten seiner Patienten
informiert. Die Gründe dafür sind hier nebensächlich. Aber es gibt ja auch die „Praxishopper“,
ob gerechtfertigt oder nicht, lass ich jetzt außen vor. Und nicht jeder Doc
lässt sich die Liste der Krankheiten und Medikamente aufsagen/vorzeigen.



Ich z. B. lese grundsätzlich alle Beipackzettel um evtl.
Wirkungen, welche nicht erwünscht sind, zuordnen zu können.



 



Ich habe ein Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) und bekam
vor Jahren mal im Januar neue Augentropfen.



Im April fingen meine Füße an zu kribbeln. Es wurde auf
Diabetes geschoben, welcher gerade ein paar Tage vorher festgestellt wurde.



Ich besuchte danach zuerst den Orthopäden, weil ich auch
etliche Macken an der Wirbelsäule habe und diese schon oft die Ursache über
Beschwerden war, welche ich nicht der Wirbelsäule zugeordnet hätte. Der
Orthopäde meinte, ich müsse mit dem Kribbeln leben.



Ich habe dann mal meine ganzen Beipackzettel studiert. (Leider
muss ich etliche Medikamente einnehmen.)



Und dann sah ich auf dem Beipackzettel der Augentropfen,
dass ein Hinweis auf „Mißgefühle der Extremitäten“ aufgeführt war.



Eine Rücksprache mit dem Augenarzt ergab eine andere Sorte
Augentropfen und nach 3- 4 Wochen war das Fußkribbeln weg und ist in den
letzten 15 Jahren nicht mehr aufgetaucht.



 



Wer denkt schon an Augentropfen, wenn es in den Füßen
Kribbelprobleme gibt.



Gerade wegen des erhöhten Augeninnendruckes lese ich jeden
Beipackzettel. Denn oft ist das eine Nebenwirkung. Darüber wird der Augenarzt
dann bei der nächsten Druckmessung informiert.



Eine Nebenwirkung muss ja nicht auftreten, sie kann.



Aber mit zunehmendem Alter habe ich z. B. bemerkt, dass es
den Nebenwirkungen bei mir gefällt. Wahrscheinlich weil die Abwehrkräfte nicht
mehr so hundertprozentig „fit“ sind und doch so manches bei einem alternden
Körper ein „nettes Zuhause“ findet.



 



Pantoprazol muss ich z. B. auch seit vielen Jahren nehmen.
Zum einen wegen des Refluxes und zum anderen habe ich nach einer Magenop. nur
noch einen kleinen Magen und muss aber etliches an Medizin (wegen anderer
Unleidlichkeiten) einnehmen, so dass das Magenmittel sich schützend auf die
kleinen Magenwände auswirken soll.



Es gibt ja schon von einigen Schmerzmittel eine
magenschonende Ausgabe, welche aber wesentlich preisintensiver ist und von den
Doktoren aus  Budgetgründen nicht so gern
verordnet werden. Von Voltaren weiß ich es zufällig, da gibt eine
magenschonende Version.



 



Alle Medikamente haben Nebenwirkungen. Auch wenn sie sehr
lästig sind, ich bin froh, dass es Medikamente gibt. Wie schlecht würde es uns
sonst gehen.



Allerdings sollte man sich doch informieren, über das
entsprechende „Wehwehchen“ und über die Medikamente.
 Wissen ist wichtig und
kann doch vieles Unangenehme verhindern. 
#24
11.4.17, 00:32
Hallo, ich nehme Pantropozol seit einigen Jahren. Ich habe eine rheumatische Erkrankung und muss deshalb Ibuprofon nehmen. Ich habe zwar kein Sodbrennen bekommen, aber eine nette Speiseröhrenentzündung und Magenprobleme. Glauben sie mir, es ist selbst für einen langjährigen Partner nicht leicht, wenn immer wieder während des Essens gewürgt wird. Das Pantoprozol 40 hat gheholfen. Man soll nicht ohne Grund Medikamente nehmen, aber manchmal geht es nicht anders. Allerdfings hatte ich diesen Winter auch einen starken Vitamin B12 Mangel und habe ein Vierteljahr Vitamin B12 gespritzt.( Man braucht dabei eigentlich nicht jedesmal zum Hausarzt. Einmal gut erklärt und es klappt prima zu haus)
Aber nur wegen Sodbrennen würde ich es auch nicht nehmen. Da gibt es andere Mittel.
#25
11.4.17, 17:25
😢Dreispitz

Leide seit Jahren unter Fußkribbeln, kein Diabetes, angeblich restless legs bzw. Neuropathie.
Wie heißen die Augentropfen, die das Kribbeln zum Verschwinden brachten? Dankbar für jeden guten Rat.
#26
11.4.17, 20:04
@Dreispitz: 

Ich glaube du hast das mit den Augentropfen in ursulas Kommentar #23 falsch verstanden. Sie hat wegen einem Glaukom Augentropfen nehmen müssen und daraufhin Fußkribbeln als Nebenwirkung dieser Tropfen bekommen. Nach dem Umstieg auf eine andere Sorte Augentropfen ist das Kribbeln dann verschwunden.

Oder nimmst du auch Augentropfen wegen eines Glaukoms und willst wissen, welche Sorte ursula genommen hat, bzw. jetzt nimmt?
#27
11.4.17, 21:49
@ Dreispitz
Ich weiß es nicht mehr, das war in 2001. Und ich habe alle für mich möglichen Augentropfen seiet 1984 durchprobieren müssen und bin austherapiert. Wie alle Tropfen hießen und gerade in der Zeit von 2001, kann ich leider nicht mehr sagen. 

Ich führe erst seit einigen Jahren über meine Medikamente "Buch". 

Aber falls Du auch Augentropfen, welcher Art auch immer, nimmst -  so schau in den Beipackzettel. Falls Du ihn nicht hast, so schau ins Netz. Dort gibt es für jedes Medikament die entsprechendem Beipackzettel. 
#28
11.4.17, 21:56
@ Dreispitz
Sorry, habe ich wohl falsch verstanden. 
Falls du die "nachfolgenden Tropfen" wissen möchtest um Dein Kribbeln zu beseitigen, das wäre gar nicht ok. Denn diese Augentropfen habe ja eine medizinische Wirkung auf den Augendruck. Und nicht auf Kribbeln. Das wäre zu gefährlich und kein Arzt würde dafür die Augentropfen verschreiben. 
Die Ursache für Dein Fußkribbeln kann vielseitig sein. Schau erst mal in alle Beipackzettel, falls Du  Medikamente einnehmen mußt. Oder hole Dir eine zweite Meinung von einem anderen Arzt über die Probleme Deiner Füße ein.
Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, aber sie können. Daher werden sie auch beschrieben. 
Ich habe auch ein Blutdrucksenkendes Mittel austauschen lassen müssen, weil ich ganz viel Husten bekam. Oder ein anderes Mittel, welches einen Dauerpochton im Ohr verursachte. 
Wie ich schon oben erwähnte... ich glaubt mit zu nehmendem Alter wird man einfach nur empfindlicher. 

Also schau erst mal in evtl. vorhandene BEipackzettel von Deinen Medikamenten. 
Alles Gute für Dich. 
#29
12.4.17, 10:37
💜 An Ursula und Kriss, danke für die prompten Antworten. Hatte heute Morgen einen Augenarzttermin mit guten Ergebnissen. Also heißt es weiter suchen. Frohe Ostern!!!
#30
10.5.17, 00:15
@Mutter_Abigail: 
Die Speiseröhre verfügt nur über einen Schließmuskel, nämlich den oberen Ösophagusspincter. Der verhindert, dass Nahrung in die Luftröhre kommt. 
Am Übergang von Speiseröhre zum Magen befindet sich GAR KEIN Schließmuskel.
Soweit zu Ihren Anatomiekentnissen!
1
#31
10.5.17, 10:28
Wenn es auch kein Schließmuskel per Definition ist, so befindet sich doch am Übergang so eine Art Klappe, die wenn man gesund ist wie ein Ventil dafür sorgt, dass alles nur Richtung Magen durchkommt und nicht umgekehrt. Das werden Sie mit Ihren Anatomiekenntnissen doch sicher wissen und vermutlich sogar, welchen fachchinesischen Namen das Teil trägt, falls Sie das für wichtig erachten. 
Jedenfalls... wenn das erschlafft, dann funktioniert das leider nicht mehr so zuverlässig dicht wie es soll.
Vor ca. 2 Wochen war dazu ein Bericht im TV, wo verschiedene OPs beschrieben wurden mit denen bei starkem Sodbrennen geholfen werden kann. Da gab es u. a. einen elastischen Ring, der um diesen Übergang platziert wurde, damit das wieder dicht bleibt. Der Druck durch das Schlucken von Nahrung reicht zur Dehnung aus, auch bei Erbrechen reicht der Druck aus, um ihn in Gegenrichtung zu öffnen, aber einfaches Hochfließen der Magensäure kann dann nicht mehr vorkommen. 
#33
14.5.17, 17:12
@Banshee76: der sog. untere Ösophagussphinkter - zwar kein "echter Schließmuskel" - soll den Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre verhindern - er funktioniert als „Wringverschluss“ durch zusammenziehen der spiraligen Muskelzüge der Speiseröhre.
Bis zum oberen Ösophagussphinkter sollte der Mageninhalt erst gar nicht kommen.

Zu Vitamin B12-Mangel kommt es schon oft vor der Einnahme der PPIs ( =PPH=die erwähnten Omeprazol und Pantoprazol etc)  , durch häufige Magenschleimhautentzündungen, gegen die sie ja dann eingenommen werden. Durch die Entzündungen verschwinden die Zellen irreversibel , die einen Stoff bilden, der zur Aufnahme von B12 aus der Nahrung nötig ist. Schwierig, hier einen guten Weg zu finden, wenn der Arzt die PPis nötig findet, bzw. man soviel Schmerzmittel braucht, die den Magen nun mal reizen. Es gibt auch Antazida ohne Aluminium, die sogar Schwangere nehmen dürfen, aber sie sind nicht so stark und lange wirksam wie die PPIs.

 
1
#34
14.5.17, 17:16
bitte unterlasst doch die gegenseitigen Provokationen etc., das macht keinen Spass 😢
man kann auch ohne Häme diskutieren , oder? 😘
#35
14.5.17, 17:27
@ANNY2:  wo siehst Du die gegenseitigen Provokationen bzw. Häme, die Du hier zu unterlassen bittest?
#36
14.5.17, 17:35
Zitate von weiter oben:
"Soweit zu Ihren Anatomiekentnissen!"
 "Das werden Sie mit Ihren Anatomiekenntnissen doch sicher wissen und
vermutlich sogar, welchen fachchinesischen Namen das Teil trägt, falls
Sie das für wichtig erachten!"
"Es soll übrigens auch Leute geben, die nicht nur über Einbildung verfügen und einen Beipackzettel lesen können.."
"Einbildung ist eben auch ´ne Bildung, manchem seine einzige!"
und die Frage, ob Zellen leben oder nicht......
ist nicht so schlimm, wie schon manch anderes Mal, aber man sollte gar nicht anfangen mit so ironischen Spitzen
#37
14.5.17, 17:40
@whirlwind: oh, einige sind von Dir 😳
1
#38
14.5.17, 17:54
@ANNY2: Ich hatte es mir schon gedacht: man muss nur fein genug in Nebensätzen oder Satzbestandteilen suchen und aus dem sachlichen Zusammenhang reißen, so gelingt es leicht, Provokation und Häme hineinzuinterpretieren!
#39
14.5.17, 23:15
@ANNY2: Du hast aber auch einen Ton drauf!! Betrifft dich das Thema?
Kannst du dir vorstellen, dass es Leute gibt, die dieses Medikament einfach nehmen müssen als Schutz bei einer Dauermedikation, die einer Operation vorausgeht??  Es gibt manchmal nur die Wahl zwischen Pest und Cholera!
Selbstverständlich ist eine solche Therapie u.U. ein weiteres Uebel - aber ich halte mich in dieser Hinsicht an die Anweisungen des Arztes!
#40
15.5.17, 12:28
Genau um diese Ausnahmen ging es aber doch eigentlich weniger. Eher darum, dass diese Medikamente inzwischen gerne von vielen Allgemeinmedizinern verschrieben werden als probates Mittel bei gelegentlichem Sodbrennen. Und genau diese Anwendung geht manchmal schief und verursacht nach dem Absetzen noch stärkeres Sodbrennen als man zuvor behandeln wollte. 
#41
15.5.17, 20:09
@ilka1: verstehe Deinen Kommentar jetzt nicht ganz - wo hab ich was  gegen die Einnahme von Omeprazol/Pantoprazol gesagt ? Und wo hab ich einen Ton drauf? Meinst Du meine Zitate aus den anderen Beiträgen, die ich nicht so gut fand? Und ja, das Thema betrifft mich sehr!
#42
20.5.17, 20:31
Ich muss momentan auch solche Blocker einnehmen, da ich nach einer Magen-Darm-Grippe mit starker Übelkeit durch zu viel Magensäure zu kämpfen hatte. Schon nach 2 Tagen war die ständige Übelkeit endlich weg. Ich soll das Medikament jetzt trotzdem noch ein paar Tage weiter nehmen ... Ich habe wahnsinnige Angst dass die Übelkeit nach dem Absetzen wieder kommt.
#43
24.5.17, 13:30
Ich habe jetzt alles durchgelesen, weil mich das Thema im Moment brennend interessiert.
Ich bin total hin- und hergerissen, zwischen Weiternehmen und Absetzen des Omeprazols.

Habe das Omeprazol vor ca. 23 Jahren (es fing in der Schwangerschaft an) gegen das furchtbare Sodbrennen verschrieben bekommen, da ich gar nichts mehr essen konnte - ich bekam von fast allem starkes Sodbrennen. Zuerst Omep 20 mg, das empfand ich als zu stark und hab mir dann das Omep 10 mg verschreiben lassen. Das war genau richtig.
Seit kurzem wollte mir die Hausärztin aus verschreibungstechnischen Gründen das 10 er nicht mehr aufschreiben und da mein Sodbrennen sowieso stärker geworden war, nahm ich dann halt eine ganze Weile jetzt das Omep 20.

Hab natürlich im Laufe der Jahre schon ab und zu mal versucht, das abzusetzen, aber es ging nicht.
Nachdem sich in letzter Zeit die Negativinformationen zu den Blockern im Netz gehäuft haben, habe ich jetzt versucht, diesen auszuschleichen. zwei Tage nicht, einen ja usw.. jetzt habe ich schon 4 Tage keinen mehr genommen.. gestern habe ich noch ein Rezept über Omeprazol 10 bekommen. Das Sodbrennen fängt wieder an - auch wenn ich Nachts liege  - es wurde damals ein Reflux festgestellt. Auch tagsüber, wenn ich Kaffee trinke - aber darauf will ich einfach nicht verzichten. Ich weiß mir im Moment nicht mehr zu helfen...
#44
24.5.17, 15:21
Hallo Maja26,

mein Hausarzt hat mir geraten, das Kopfteil meines Bettes höher zu legen. Aber nicht  am Lattenrost das Kopfteil höher zu stellen, sondern unter das Lattenrost am Kopfende etwa 4 bis 5 cm hohe Klötzchen unterzulegen. So liegt man auf einer "schiefen Ebene".
Es dauerte bei mir alledings 2 bis 3 Tage, bis ich mich daran gewöhnt hatte, "bergab" zu schlafen.
Aber Nachts habe ich keine Probleme mehr mit Sodbrennen.
Vielleicht hilft es ja bei dir auch!
#45
28.5.17, 11:56
@Mutter_Abigail: danke Dir für den Tipp, das ist just was mir meine
Hausärztin auch geraten hatte. Das mit der krassen Magensäure nachts,
das die hochsteigt, habe ich nur ein paar Mal gemerkt. Mein großes
Problem ist es tagsüber. Es ist zum Schweine melken.. bekomm von fast
allem Sodbrennen und ich merke, dass es die Speiseröhre hochsteigt. Hab
ja jetzt ein paatr Tage Pause gemacht, aber ich war nur noch am Gel,
Natron usw, schlucken... was nur kurzfristig Linderung gebracht hat.
Jetzt vorgestern, bin ich eingeknickt und habe mir zwei Tage Blocker
gegönnt, damit der Magen und die Speiseröhre etwas zur Ruhe kommen.
Heute habe ich ihn mal weg gelassen, vielleicht kann ich ihn ja gaanz
langsam irgendwie aussschleichen.
#46
5.7.17, 20:58
Vielleicht hat ja einer eine Idee,

im Prinzip gingen meine Probleme vor ca. 11 Jahren los.
Ich hatte unsägliche RÜCKENSCHMERZEN, die von einem miesen Arzt mit IBUPROFEN behandelt wurden. Ich bekam MAGENSCHMERZEN , daraufhin sollte ich zusätzlich diese OMEPRAZOL Tabletten nehmen. Half auch - aber nur kurz. Der Arzt sagte ungelogen : "Solange noch kein Blut kommt, ist das alles nicht schlimm." Habe daraufhin den Arzt gewechselt, genaugenommen hätte ich ihn ruhig in den Schwitzkasten nehmen sollen ... (oder anzeigen)

Ich muß sagen damals war ich Anfang 30 und hatte von Medizin KEINE Ahnung.
Ich habe den Arzt gewechselt, der verschrieb mir für den Rücken (für kurze Zeit Opiate), es folgte Kur und Training und inzwischen ist mein Rücken wieder solala - ohne Tabletten.

Mein Magen wurde aber mit der Zeit immer schlimmer. Ich wurde von UNTEN und OBEN mehrfach gespiegelt. Bei der letzten Spiegelung war eine leichte Rötung zu sehen und ein ganz kleiner Teil meines Zwergfells ist eingeklemmt (lt. 2 Ärzten aber sehr wenig und zu vernachlässigen.) Da mir OMEPRAZOL mit den IBUS damals nicht mehr half, habe ich (und der neue Arzt) das Medikament erst mal ausgeschlossen.
Ich probierte MALOXAN, HEILERDE, IBEROGAST, zig andere Mittel - auch gegen Reuzdarm und Reizmagen. NICHTS half !!

Wenn ich nur Kartoffeln und Fleisch (ohne Gemüse, ohne Soße, ohne Alles) esse hatte ich keine Probleme. Das hält aber kein Mensch aus ! Irgenwann mußte ich zum Vertretungsarzt und der verschrieb mir wieder OMEPRAZOL.
Ich kann endlich wieder FAST alles essen.

Achja auch jetzt : KEINERLEI : Kaffee, Äpfel, Weintrauben, HEfeweizen, Donats, Essig, Kohnlensäuse, Peperoni, Schokolade und sachen die sauer sind !

In geringem Umfang : Normales Bier (höchstens 10 Flaschen im Jahr), Banane, Melone, Eis

Ich ernähre mich also säurearm, nicht kalorienarm, auch schon vor OMEPRAZOL .

Für mich war das Medikament die Rettung und ich kenne keine Alternative, Kartoffeln und nacktes Hähnchenfleich schließe ich aus !!! Ich habe damals nicht mal Salat ohne Dressing essen können.

Nun Das Problem, ich habe seit einem Jahr Schmerzen in den Händen, ohne Befund. Die Probleme kamen nach dem Fitnesstraining und sind über die Zeit schlimmer, jetzt konstant geblieben.

ES SCHEINT (bin aber nicht sicher), das die Schmerzen weniger sind wenn ich meine Tabletten mal einen Tag weg lasse. Nur mehr als zwei Tage ist unmöglich.

Kann das mit den Schmerzen in den Händen vom Hemmer sein ? 
Sieht irgendjemand eine andere Lösung ?

(NICHT FUNKTIONIERT : Heilerde, Maloxan, Rennie, Iberogast (ein klein wenig), diverse Reizdarm/magen mittel. )

PS. bin 44 Jahre, gefühlte 84 und ich habe KEINERLEI REFLUX, das Problem liegt im Magen, meine Dosierung sind morgens und abends 20 mg Omeprazol)

Leute, rette mich doch einer !! Danke !!
#47
5.7.17, 22:30
Dieses Problem gehört sicherlich in die fachkundige Betreuung eines Gastroenterologen. Da der Magen gerne mit Störungen auf Stress reagiert, sollte auch untersucht werden, inwieweit Stressfaktoren im Umfeld eines Patienten vorliegen und ausgeschaltet werden können. Ggf. sollte auch ein Neurologe hinzugezogen werden, da das Nervensystem um Magen und Darm herum großen Einfluss auf den Rest des Körpers hat. Was die Gelenkschmerzen betrifft: im Beilagenblatt meines Protonenpumpenhemmers (Pantoprazol) werden diese als mögliche "gesundheitsschädliche Auswirkungen" genannt und empfohlen, sie dem behandelnden Arzt zu melden. Ich persönlich würde in Bezug auf den Durchtritt/ Einklemmen des Magens durch das Zwerchfell auf nähere Untersuchungen bestehen. Schon Ansätze davon können zu heftigen Beschwerden führen, wie ich vor nicht allzulanger Zeit einer Gesundheitssendung (ich glaube "VISITE" auf NDR war es) entnehmen konnte. Und nur wenige Ärzte wissen um die Bedeutung dieses Problems.

Schnelle, aber gründliche Abklärung und gute Besserung wünsche ich!

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