No Poo-Methode – Haare waschen ohne Shampoo

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No Poo-Methode – Haare waschen ohne Shampoo
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No Poo - Klingt erstmal komisch, aber nein: Heute geht es nicht um Verdauungsprobleme. Auch, wenn das viele erstmal vermuten. Heute geht es um natürliche Haarpflege. „No Poo“ ist abgeleitet von „No Shampoo“ und bedeutet, beim Waschen der Haare auf Shampoos zu verzichten. Dabei ist es ganz egal ob das Shampoo fest, flüssig, Bio oder reine Chemie ist. Generell ist die Methode für Männer, Frauen und Diverse Haarschöpfe geeignet - Experimentierfreude und gesunde Kopfhaut vorausgesetzt. Wir verraten dir, was hinter dem Trend steckt und wie das funktionieren soll. Außerdem geben wir dir ein paar Tipps und Anleitungen, falls du es selbst einmal ausprobieren möchtest.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum auf Shampoo verzichten?
    1. Die Inhaltsstoffe sind schuld
    2. Back to basics
    3. Das Versprechen
  2. Ohne Shampoo Haare waschen - Hilfe, wie geht das?
    1. Water Only - Wasser marsch!
    2. Sebum only - Nichts für schwache Nerven
    3. 100 Bürstenstriche am Tag - für Haare wie Rapunzel
    4. Bürste ist nicht gleich Bürste
    5. Lava- und Heilerde - Dreck reinigt nicht nur den Magen
    6. Roggenmehl - Haare waschen statt Brot backen
    7. Natron - nicht nur zum Bad schrubben gut
  3. No Poo - Top oder Flop?
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Warum auf Shampoo verzichten?

Online wird immer häufiger von No Poo Tipps, Tricks und Erfahrungen berichtet. Doch was steckt dahinter? Fettige Haare finden wir meistens eklig. Dabei dient das Fett als Schutz für Kopfhaut und Löwenmähne. Ohne den Talg würden beide nämlich sehr schnell austrocknen. Trotzdem will niemand von uns mit speckigen Haaren herumlaufen. Warum sollten wir also auf Shampoo verzichten wollen?

Die Inhaltsstoffe sind schuld

In Shampoos sind häufig u.a. synthetische Tenside, Parfum, Konservierungsmittel und Silikone enthalten. Die können eine ganz schöne Belastung für Kopfhaut, Haare und Umwelt sein. Zudem können auch Shampoos Mikroplastik enthalten, das über den Abfluss in die Umwelt gelangt.

Back to basics

Bei der riesigen Auswahl in den Regalen sind die meisten von uns außerdem schnell überfordert. Warum also nicht „Back to basics“ und dem Überfluss die kalte Schulter zeigen? Die Umwelt und deine Haare werden es dir danken - so das Versprechen der No Poo-Methode.

Das Versprechen

Mit der No Poo-Methode soll sich die Talgproduktion auf natürliche Weise regulieren. Das kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Die Kopfhaut soll nur noch so viel Talg produzieren, wie sie benötigt. Die Haare bekommen dadurch einen schönen Glanz und werden griffiger. Außerdem ist das Ziel, dass die Haare ordentlich Volumen bekommen. Auch Locken sollen dadurch mit der Zeit definierter werden. Der Vorschlag lautet deshalb, das regelmäßige Waschen der Haarpracht auf maximal einmal in der Woche zu beschränken. Und besser für die Umwelt soll es auch noch sein. Eine Win-win-Situation also, oder?

Ohne Shampoo Haare waschen - Hilfe, wie geht das?

Haarewaschen ohne Shampoo – das klingt erstmal wie ein Widerspruch in sich. Wie soll die Haarpracht da überhaupt sauber werden? Da gibt es verschiedene Wasch-Methoden, u.a.:

  • nur mit Wasser - „Water only“
  • nur durch Bürsten - „Sebum only“
  • mit einer alternativen Wasch-Methode

Water Only - Wasser marsch!

Bei water-only wird auf sämtliche Reinigungsprodukte verzichtet und lediglich mit warmem Wasser die Haare gereinigt.

„Water Only“ – Waschen nur mit Wasser -, heißt es bei dieser Methode. Hier sollst du alleine mit Wasser deine Haare und Kopfhaut sauber bekommen. Massiere dabei einfach deine Kopfhaut unter fließendem, lauwarmen Wasser - als ob du dir die Haare shampoonieren würdest. Massiere dabei ein paar Minuten lang. Das soll die Durchblutung anregen, überschüssigen Talg lösen und kleine Schuppen entfernen. Zusätzlich solltest du deine Haare regelmäßig bürsten. Dafür eignet sich am besten eine Wildschweinborstenbürste.

Sebum only - Nichts für schwache Nerven

Bei dieser Methode wird sogar auf Wasser verzichtet. Bei „Sebum only“ pflegst du deine Mähne lediglich mit Sebum - also dem körpereigenen Talg. Zumindest deine Wasserrechnung wird’s dir danken. Alleine mit Bürsten soll hier der Schmutz aus den Haaren gebürstet und das Fett gleichmäßig in den Spitzen verteilt werden.

100 Bürstenstriche am Tag - für Haare wie Rapunzel

Mit der sebum-only Methode wird der Talg vom Ansatz in die Spitzen gebürstet, wo er die Haare pflegt.

Schon Oma wusste: Wer schöne Haare haben will, muss bürsten was das Zeug hält! Das regelmäßige Bürsten sorgt nicht nur für eine angenehme Kopfmassage, sondern regt die Durchblutung der Kopfhaut an. Außerdem hilft es dabei, den Talg vom Ansatz in die Spitzen zu transportieren. Dort pflegt er die Haare. Gerade für No Poo-Neulinge ist es wichtig in der Anfangszeit regelmäßig zu bürsten.
Generell solltest du auch auf die Hygiene deiner Bürste achten. Eine dreckige Bürste verteilt den Dreck nur noch mehr in deinen Haaren. Nach jeder Verwendung solltest du Haare, die sich in der Bürste verfangen haben, entfernen. Wasche deine Bürste von Zeit zu Zeit mit einem milden Naturshampoo und lauwarmem Wasser.

Bürste ist nicht gleich Bürste

Am besten eignen sich Bürsten aus Wildschweinborsten. Sie nehmen den Talg auf und verteilen ihn beim Bürsten im Haar. Wer keine Wildschweinborstenbürste hat oder will, kann auch eine Sisalbürste benutzen.

Lava- und Heilerde - Dreck reinigt nicht nur den Magen

Mit Lava- und Heilerde kannst du herkömmliches Shampoo ersetzen.

Wenn du nicht komplett auf ein Reinigungsmittel zum Haarewaschen verzichten willst, kannst zu „Ersatzprodukten“ greifen. Als Alternative zu Shampoos eignet sich z.B. Lavaerde. In Verbindung mit Wasser entwickelt sie eine Konsistenz wie Gel. Sie zieht Schmutz und Fett aus den Haaren, aber nur so viel, dass die Kopfhaut nicht komplett entfettet wird. 

Eine weitere Möglichkeit ist Heilerde. Genau wie Lavaerde wird sie mit Wasser vermischt und wie ein Shampoo nur in die Kopfhaut einmassiert. Danach spülst du sie wie gewohnt mit lauwarmen Wasser aus.

Tipp: Du willst Lava- oder Heilerde zum Haarewaschen verwenden? Dann probier doch noch eine saure Rinse als Abschluss aus. Deine Haare werden schön weich, besser kämmbar und bekommen einen herrlichen Glanz

Roggenmehl - Haare waschen statt Brot backen

Für die nächste No Poo-Methode brauchst du Roggenmehl. Die Kuchenform kannst du aber im Schrank lassen. Roggenmehl eignet sich zum Haarewaschen, da es weniger Gluten als z.B. normales Weizenmehl hat. Dadurch wird es nicht so klebrig und bleibt in Verbindung mit Wasser relativ flüssig. 

Tipp: Wenn du fein gemahlenes Kaffeepulver zum Roggenmehl dazu gibst, kannst du die Durchblutung deiner Kopfhaut anregen. Und wer duftet nicht gerne wie eine Tasse frisch gebrühter Kaffee am Morgen?

Natron - nicht nur zum Bad schrubben gut

Wie viele von uns wissen, eignet sich hervorragend zum Reinigen – auch von Haaren. Nach der Haarwäsche mit Natron solltest du eine saure Rinse machen. So bringst du den ph-Wert deiner Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht. Denn: Natron kann deine Haut austrocknen. Deshalb solltest du diese Methode nicht öfter als einmal die Woche anwenden.

Wie oft du deine Haare mit den anderen alternativen Wasch-Methode reinigst, hängt von deinen Waschgewohnheiten ab. Wenn du dir alle zwei Tage die Haare wäschst, kannst du diesen Rhythmus erstmal beibehalten. Nach und nach kannst du versuchen, die Abstände zwischen deinen Haarwäschen zu verlängern. Die Umstellung von Shampoo zu No Poo kann je nach Hauttyp einige Wochen dauern. Aber lass dich nicht entmutigen: Gerade im Homeoffice bieten sich doch solche Experimente förmlich an, oder?

No Poo - Top oder Flop?

Bei der No Poo-Methode scheiden sich die Geister. Die Methode hat ihre Vor-und Nachteile.

Bei No Poo raufen sich viele die Haare. Ob der vollständige Verzicht auf Shampoo wirklich sinnvoll für Haupt und Haar ist, wird hitzig diskutiert. Wie bei vielem gilt es auch hier, den glänzenden Mittelweg zu finden. Täglich die Haare mit Shampoo zu waschen, ist jedenfalls nicht förderlich für eine gesunde Kopfhaut und strahlende Haare.

Ein unumstrittener Vorteil der spartanischen Wasch-Methode ist die Einsparung von Plastik. Der Nachteil ist, dass die No Poo-Methode zwar für jede:n geeignet ist, aber sicher nichts für jede:n ist. Denn sie verlangt Engagement und Durchhaltevermögen. Wenn du im Alltag viele Stylingprodukte wie Haargel, Schaumfestiger, etc. benutzt, ist die Methode auch eher nichts für dich. Denn alleine mit kämmen und Wasser bekommst du die Stylingrückstände nicht aus deinen Haaren. Kritik hagelt es außerdem von passionierten Shampoo-Liebhaber:innen, die sich selber nicht gerne riechen mögen. Ohne Shampoo duftet die Haarpracht schließlich nicht mehr so schön nach grünem Apfel. Viele No Poo-Befürworter geben übrigens Entwarnungstinken tun die Shampoo-freien Haare nicht.

Es gibt zwar ein paar hartgesottene Verfechter der „Sebum Only“-Methode, die darauf schwören. Diese Variante der Haarpflege dürfte jedoch für die wenigsten etwas sein.

Aber wenn du deine Haare nur noch jedes zweite Mal mit Shampoo wäschst und stattdessen auf eine No Poo-Variante zurückgreifst, wird es dir deine Kopfhaut sicherlich danken.

Auch das oft aufgeführte Argument, dass bei der Produktion von Shampoo viel Wasser benötigt wird und wir deshalb auf No Poo umsteigen sollen, ist eher fragwürdig. Denn das meiste Wasser wird beim Haarewaschen selbst verbraucht, so auch bei der „Water only“-Methode oder diversen alternativen Wasch-Methoden.

Wasser- und Energieressourcen sparst du also bei beiden Varianten nicht wirklich. Besser ist es, wenn du nicht allzu heiß duschst. Das spart Energie und du siehst danach nicht wie ein Hummer aus. Deine Haut wird’s dir danken. Wenn du jetzt auch noch das Wasser abstellst, während du dir die Haare oder den Körper einseifst, kannst du schon mal Wasser sparen. Um deine Kopfhaut zu schonen, verwendest du am besten ein besonders mildes Shampoo, das du nur sparsam im Haaransatz verteilst. 

Worauf schwörst du bei deiner Haarpflege? Würdest du eine der No Poo-Methoden ausprobieren oder hast es sogar bereits getan? Wir freuen uns, wenn du deinen Vorher-Nachher Bericht mit uns teilst.

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6 Kommentare

Mit "nur massieren" und lauwarmem Wasser lässt sich kein Fett lösen und Haare werden mit der Zeit nun mal fettig und sichtbar ungepflegt. Ich bin sehr für Nachhaltigkeit, wasche meine Haare nur 2 x die Woche mit festem Shampoo, aber frau sollte sich auch dabei noch wohlfühlen können. Trend hin oder her...🙄
Da muss ich meiner Vorrednerin recht geben. Ich habe diesen Tipp hier ausprobiert, die Haare gingen ohne Shampoo zwar leicht auskämmen, waren aber am nächsten Tag wieder fettig und am übernächsten Tag richtig fettig und unansehnlich. Fazit: Diese Methode ist für mich nicht geeignet.
@MonikaS: Da gebe ich dir recht! Natürlich sollte man/frau sich mit der Methode nicht unwohl fühlen. Nur mit Wasser die Haare waschen, ist tatsächlich eine ganz schöne Herausforderung! 😅 Das Fett "lösen", wie wir es von Shampoos kennen, soll diese Methode nicht unbedingt. Sie sorgt eher dafür, dass überschüssiges Fett in die Längen verteilt wird.
Hast du es mal mit einer Wildschweinborstenbürste probiert? Die verteilt das Fett nochmal besser in den Haaren. 😉
Die Haare müssen sich auch erst an die neue Waschmethode gewöhnen, das kann je nach Haut- und Haartyp einige Wochen dauern.

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