Lebensmittel lassen sich auf verschieden Art und Weise haltbar machen. Mit diesen fünf Konservierungsmethoden hast du viele verschiedene Möglichkeiten, die Haltbarkeit von Obst und Gemüse, aber auch anderen Lebensmitteln, erheblich zu verlängern.
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Lebensmittel haltbar machen: Konservierungsmethoden

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Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Lebensmittel zu konservieren und somit länger haltbar zu machen. Mikroorganismen wie Schimmelpilze und Bakterien, die Produkte verderben können, werden bei Konservierungsmethoden auf unterschiedliche Art und Weise bekämpft. Essen langfristig haltbar zu machen, hat viele Vorteile. Wer wenig Zeit im Alltag hat, kann sich z. B. fertig gekochte Gerichte portionsweise einfrieren und mehrere Wochen davon essen. Und wer freut sich nicht über ein Pflaumenkompott oder eine Erdbeermarmelade im kalten Winter?

Mit den fünf Konservierungsmethoden, die wir dir im Folgenden vorstellen, hast du viele verschiedene Möglichkeiten, die Haltbarkeit von Obst und Gemüse, aber auch anderen Lebensmitteln, erheblich zu verlängern.

Lebensmittel kurzfristig haltbar machen

Um die Lebenszeit von frisch gekauften Produkten kurzfristig zu verlängern, ist die richtige Lagerung der Knackpunkt. Beim Befüllen des Kühlschranks sollte darauf geachtet werden, die Lebensmittel in einer für sie geeigneten Kühlzone zu lagern. Die Gefahr, dass Lebensmittel schneller verderben, austrocknen oder unnötig an Vitaminen verlieren, wird dadurch vorgebeugt. Ins unterste Fach, das am kühlsten ist, sollten Fisch und Fleisch eingeräumt werden. Im mittleren Fach werden Milchprodukte gelagert und im obersten Fach Käse, Marmelade sowie offene Speisen wie Essensreste verstaut.

Kartoffeln und Zwiebeln brauchen einen trockenen, dunklen und kühlen Ort außerhalb des Kühlschranks - ebenso trockene Lebensmittel wie Nudeln, Mehl oder Reis, die ungeöffnet theoretisch jahrelang haltbar sind.

Angefangene Verpackungen sollten immer luftdicht verschlossen oder in gut verschließbare Gefäße umgefüllt werden. Wir haben hier auf Frag Mutti bereits zahlreiche Tipps und Tricks erhalten, die die Lebensdauer von Lebensmitteln erhöhen. Wer Wurst und Käse in einer Tupperdose im aufbewahrt, kann eine ungekochte Nudel mit in die Box legen, damit sich keine Feuchtigkeit bildet und somit die Schimmelbildung vorgebeugt wird. Einfach, aber effektiv, ist außerdem, Lauchzwiebeln nach dem Kauf in ein Glas Wasser zu stellen, um sie länger frisch zu halten. Hier findest du zahlreiche weitere Tipps dazu, wie man Lebensmittel richtig lagert und aufbewahrt, um ihre Haltbarkeit zu verlängern.

Essen langfristig haltbar machen: Fünf Konservierungsmethoden

Einkochen oder einmachen 

Beim Einkochen oder Einmachen werden Lebensmittel durch Wärmezufuhr haltbar gemacht. Beide Konservierungsmethoden sind besonders gut für Obst und Gemüse geeignet.Beim Einkochen oder Einmachen werden Lebensmittel durch Wärmezufuhr haltbar gemacht. Die Begriffe werden häufig fälschlicherweise synonym verwendet. Es bestehen nämlich Unterschiede bei der Vorgehensweise der Methoden und die Lebensmittel sind unterschiedlich lange haltbar, je nachdem ob man sie einkocht oder einmacht. Beide Konservierungsmethoden sind besonders gut für Obst und Gemüse geeignet.

Beim Einkochen werden Lebensmittel in Gläser gefüllt, die dann in einem Topf mit Wasser erhitzt werden. Es entsteht ein Überdruck im Glas und beim Abkühlen bildet sich ein Vakuum, wodurch das Glas luftdicht verschlossen bleibt. Es ist wichtig, die Gläser vor Gebrauch gründlich zu säubern bzw. zu sterilisieren, damit sie keimfrei sind. Erhitzt man die Lebensmittel für längere Zeit bei über 100 Grad Celsius, werden sie von schädlichen Mikroorganismen befreit und sind somit mehrere Jahre lang haltbar. Ein Teil der Nährstoffe und Vitamine, z. B. Vitamin C, geht durch diesen Vorgang allerdings verloren. Dies ist der Vorteil beim Einkochen bei 60-90 Grad, wobei viele Keime abgetötet werden und trotzdem wichtige Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Das Einkochgut ist dann jedoch nur bis zu einem Jahr haltbar. Die Einkochzeit variiert von 10-100 Minuten - sie hängt davon ab, welches Obst und Gemüse man verwendet und wie man die Lebensmittel vorbehandelt. Am besten suchst du dir, je nachdem was du konservieren möchtest, ein detailliertes Rezept, an das du dich ganz genau hältst.

Obst und Gemüse bereitet man auf das Einkochen vor, indem man es gut wäscht, bei Bedarf klein schneidet, schält und Kerne entfernt. Außerdem ist es wichtig, Druck- und Schadstellen herauszuschneiden. Einkochen dauert länger als Einmachen, kann die Haltbarkeit der Lebensmittel aber in der Regel mehr erhöhen. Das Eingekochte kann man später als Kompott genießen, beim Kochen und Backen verwenden und vielfältig weiterverarbeiten. Neben Obst und Gemüse lassen sich unter anderem Suppen und Soßen praktisch einkochen.

Das Besondere beim Einmachen ist, dass die Lebensmittel zunächst gegart bzw. aufgekocht und anschließend in Gläser abgefüllt werden. Diese werden dann fest verschlossen. Beim Erkalten entsteht ein Vakuum. Häufig wird beim Einmachen Zucker beigefügt, welcher die Haltbarkeit nochmals verlängert - das beste Beispiel ist Marmelade. Aber auch Chutneys, Gelees und Saft können aus eingemachtem Obst und Gemüse hergestellt werden. Wichtig ist auch hierbei, dass die Gläser vor Gebrauch gründlich gesäubert werden. Eingemachte Lebensmittel sind mehrere Monate haltbar.

Einlegen

Das Einlegen von Gemüse & Co. ist ebenfalls eine sehr beliebte und schmackhafte Konservierungsmethode. Lebensmittel werden dabei in Flüssigkeit konserviert; vor allem in Essig, Öl, Salzlake oder Alkohol.Das Einlegen von Gemüse & Co. ist ebenfalls eine sehr beliebte und schmackhafte Konservierungsmethode. Lebensmittel werden dabei in Flüssigkeit konserviert; vor allem in Essig, Öl, Salzlake oder Alkohol. Obst wird meistens in Alkohol eingelegt; Gemüse und Kräuter überwiegend in Essig und Öl. Dabei wird ein Sud über die Lebensmittel gegossen, der das Wachstum schädlicher Mikroorganismen verhindert, da ihnen Sauerstoff entzogen wird. Beim Fermentieren von Gemüse ist das Gegenteil der Fall - Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, Hefe, Bakterien oder Schimmelpilze zersetzen das Gemüse kontrolliert und führen zu einem veränderten säuerlichen Geschmack. 

Das wohl bekannteste Beispiel für eingelegtes Gemüse sind saure Gurken. Blumenkohl, Bohnen, Maiskölbchen, Paprika und Tomaten eignen sich auch besonders gut für die Behandlung mit Essig. Wer schon mal Schafskäse in Öl oder Salzlake gegessen hat, weiß wie lecker das schmeckt. Bei der Vorbereitung der Lebensmittel muss man wie beim Einkochen und Einmachen darauf achten, dass sie keine Druck- oder Schadstellen aufweisen, sie säubern sowie bei Bedarf in Stücke schneiden. Die Gläser, in die man die Lebensmittel einlegt, müssen ebenfalls gut gereinigt werden. Je nach Rezept kann man Gemüse oder Obst bereits vorbehandeln, also z. B. vorkochen, blanchieren oder garen. Das Eingelegte, das mehrere Monate haltbar ist, sollte man mindestens vier Wochen ziehen lassen, bevor man es isst.

Trocknen

Eine weitere Methode, Essen haltbar zu machen, ist es zu trocknen. Hierbei wird den Lebensmitteln Wasser entzogen, um Mikroorganismen die Lebensgrundlage zu nehmen. Obst, Gemüse, Kräuter, Pilze, Nüsse und Kerne eignen sich super zum Trocknen.Eine weitere Methode, Essen haltbar zu machen, ist es zu trocknen. Hierbei wird den Lebensmitteln Wasser entzogen, um Mikroorganismen die Lebensgrundlage zu nehmen. Obst, Gemüse, Kräuter, Pilze, Nüsse und Kerne eignen sich super zum Trocknen. Du kannst die Lebensmittel im Backofen, in einem Dörrautomat oder einfach in der Sonne trocknen. Um so viele Vitamine wie möglich zu erhalten, sollte man sie vor direkter Sonneneinstrahlung jedoch schützen und an warmen Tagen lieber im Schatten trocknen. Dabei kannst du sie auf einem Rost oder Gitter ausbreiten. Bei Gemüse bieten sich z. B. Tomaten, Zucchini und Karotten zum Trocknen an. Bei Obst sind Aprikosen, Bananen, Äpfel und Pflaumen beliebt. Kräuter kann man auch zu Bündeln schnüren - Thymian, Rosmarin, Pfefferminze, Petersilie, Oregano, Schnittlauch und Knoblauch sind beim Kochen und Backen in der Küche eine Bereicherung. Viele getrocknete Kräuter sind auch in Tees sehr lecker.

Getrocknetes Obst macht sich gut im Müsli, aber auch einfach so zum Snacken. Gemüse kannst du in Suppen geben und verwenden, um jegliche Gerichte zu verfeinern. Bei manchen Lebensmitteln wie Pilzen bietet es sich an, sie vor dem Weiterverarbeiten zunächst in Wasser einzuweichen. Gut gelagert, dunkel und trocken, können sich getrocknete Lebensmittel mehrere Jahre lang halten.

Einfrieren

Einfrieren ist eine der verbreitetsten Methoden, Lebensmittel zu konservieren und haltbar zu machen. Der Vorteil ist, dass man fast alles einfrieren kann und die Lebensdauer von Lebensmitteln ohne großen Aufwand bis zu einem Jahr verlängert werden kann. Produkte werden hierbei durch Wärmeentzug haltbar gemacht, wodurch das Wachstum von Mikroorganismen gehemmt wird. Der Vitamin- und Nährstoffverlust ist im Vergleich zu anderen Konservierungsmethoden gering. In üblichen Gefriertruhen bzw. Gefrierschränken im privaten Haushalt wird eine Temperatur von -18 bis -15 Grad Celsius empfohlen.

Gefriertabelle - Was kann man wie lange einfrieren?

Lebensmittel Lagerdauer Hinweise

Fleisch

Rindfleisch

Schweinefleisch

Geflügel

Hackfleisch

 

9‑12 Monate

4‑7 Monate

3‑8 Monate

2‑5 Monate

Mageres Fleisch hält sich länger als fetthaltiges Fleisch.

Fisch

Forelle

Lachs

Garnelen/Krabben

 

2‑4 Monate

1‑3 Monate

1‑2 Monate

Magere Fische können länger eingefroren werden.

Gemüse

6‑12 Monate

Gemüse vor dem Einfrieren reinigen und am besten klein schneiden. Viele Gemüsesorten muss man vor dem Einfrieren kurz blanchieren (u. a. Karotten, Brokkoli, Blumenkohl, Bohnen, Erbsen, Kohlsorten, Spinat). 

Je schneller man das Gemüse nach der Ernte einfriert, desto mehr Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten.

Gemüse mit sehr hohem Wasseranteil, wie Gurken oder Tomaten, sollten nicht unverarbeitet eingefroren werden, da sie sonst beim Auftauen matschig werden.

Obst 8‑12 Monate  

Backwaren

Kuchen

Brot und Brötchen

 

3‑4 Monate

2‑3 Monate

Trockene Kuchen (mit Früchten) eignen sich besonders gut zum Einfrieren. Torten mit Sahne oder Creme sind eher ungeeignet.

Käse

Weichkäse

Hartkäse

 

4‑6 Monate

2‑4 Monate

Weichkäse kann nach dem Auftauen allerdings breiig werden.

Butter 6‑8 Monate  
Gekochte Gerichte 1‑2 Monate Es eignen sich vor allem Suppen, Soßen oder Gulasch zum Einfrieren. Am besten portionsweise einfrieren.

Nicht einfrieren sollte man Lebensmittel mit hohem Wassergehalt, da sie nach dem Auftauen matschig werden wie Tomaten oder Blattsalate. Auch rohe Kartoffeln, Eier mit Schale, Baiser und Pudding eignen sich nicht für den Gefrierschrank. 

Als Gefäße zum Einfrieren eignen sich Gefrierbeutel, frostgeeignete Plastikbehälter, aber auch Wachstücher für bspw. Brot und Käse. In Eiswürfelbehälter kann man kleine Portionen, wie Reste von Sahne oder Soßen, einfrieren. Einmachgläser und andere Glasbehälter sind eine plastikfreie nachhaltige Alternative für das Einfrieren von Lebensmitteln. Um zu vermeiden, dass das Glas springt, sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man die Gefäße nicht zu voll macht (maximal ¾) und sie eine möglichst weite Öffnung besitzen.

Mit welchen Konservierungsmethoden habt ihr bereits Erfahrungen gemacht?

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